Bundesbank sieht Nachholbedarf bei deutschen Industrielöhnen
24.10.2024 - 12:08:18GrĂŒnde sind weiterhin hohe Lohnforderungen im Dienstleistungsbereich und ein "gewisser Nachholbedarf" im verarbeitenden Gewerbe. Die Tendenz sinkender Inflationsraten werde dadurch aber nicht grundsĂ€tzlich infrage gestellt.
In der Industrie haben die BeschĂ€ftigten ihre Reallohnverluste aus den Zeiten der Hochinflation im weit geringeren MaĂe aufgeholt als im Dienstleistungssektor, stellt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht fĂŒr Oktober fest. Danach liegen die saisonbereinigten Reallöhne der IndustriebeschĂ€ftigten aktuell rund vier Prozent unter dem Wert aus dem dritten Quartal 2021. Bei den Dienstleistern betrĂ€gt die LĂŒcke nur rund 2 Prozent.
Die Untersuchung kommt unmittelbar vor der heiĂen Phase der Tarifverhandlungen in der deutschen Metall- und Elektroindustrie, in der die IG Metall Lohnsteigerungen von 7 Prozent fordert. Nach EinschĂ€tzung der Bundesbank haben hier ungĂŒnstige Bedingungen wie Standortprobleme und schwache Auslandsnachfrage höhere Lohnanhebungen verhindert. Ab dem kommenden Dienstag (29. Oktober) sind erste Warnstreiks in der Branche zu erwarten.
Im Dienstleistungsbereich wurden und werden höhere Lohnforderungen aufgestellt als in der Industrie, nicht zuletzt unter dem Eindruck fehlender FachkrĂ€fte. In der Systemgastronomie wĂŒrden 19 Prozent mehr Geld fĂŒr einen EcklohnempfĂ€nger gefordert. Hier erwartet die Bundesbank fĂŒr die nĂ€chste Zeit eine stĂ€rkere Differenzierung je nach dem tatsĂ€chlichen FachkrĂ€fteangebot in den einzelnen Branchen.

