Wie viel mehr verdienen BeschÀftigte in Westdeutschland?
30.09.2025 - 09:20:06 | dpa.de
Menschen in Westdeutschland verdienen laut einer Analyse nach wie vor deutlich mehr Geld als im Osten, die LohnlĂŒcke ist allerdings kleiner geworden. VollzeitbeschĂ€ftigte im Westen erhielten im vergangenen Jahr durchschnittlich 4.810 Euro brutto im Monat. In den neuen BundeslĂ€ndern waren es nur 3.973 Euro und damit gut 17 Prozent weniger, wie eine Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zeigt.
Der Abstand zwischen Ost und West ist seit 2014 demnach um 7 Prozentpunkte geschrumpft. Hauptgrund dafĂŒr ist den Forscher zufolge der 2015 bundesweit eingefĂŒhrte Mindestlohn. «BeschĂ€ftigte in den ostdeutschen BundeslĂ€ndern haben vom Mindestlohn ĂŒberdurchschnittlich hĂ€ufig profitiert», sagte Gehaltsexperte Malte LĂŒbker. Dort habe sich nach der Wende ein besonders groĂer Niedriglohnsektor gebildet.
Unterschiede auch bei westdeutschen BundeslÀndern
Die bereits beschlossene Erhöhung des Mindestlohns auf 14,60 Euro bis zum Januar 2027 dĂŒrfte laut LĂŒbker fĂŒr eine weitere Angleichung sorgen. Bei BeschĂ€ftigten am unteren Ende der Lohnverteilung gebe es heute schon kaum noch Unterschiede. In diesem Bereich lagen die Stundenlöhne in Ostdeutschland im April 2024 gerade einmal ein Prozent unter dem Westniveau.
Vor der EinfĂŒhrung des Mindestlohns waren die Fortschritte bei der Anpassung der Löhne kleiner. So war die LohnlĂŒcke von 1999 bis 2014 lediglich um 1,6 Prozentpunkte zurĂŒckgegangen, wie das Institut berichtet. Entscheidend fĂŒr die Angleichung sind den Forschern zufolge TarifvertrĂ€ge. Im Osten ist die Tarifbindung immer noch niedriger.
Zwischen den BundeslÀndern gibt es laut WSI teils erhebliche Unterschiede bei den Einkommen. Spitzenreiter war zuletzt Hamburg mit einem Stundenlohn von 26,88 Euro. Deutlich dahinter lag Schleswig-Holstein mit 22,15 Euro. Mecklenburg-Vorpommern kam nur auf 20,33 Euro.
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