Starke Ticketnachfrage beschert Lufthansa gutes Ergebnis
07.03.2024 - 11:50:09 | dpa.de
Die RĂŒckkehr der Reiselust und höhere Ticketpreise haben der Lufthansa 2023 im TagesgeschĂ€ft den dritthöchsten Gewinn ihrer Geschichte beschert. Weitere groĂe SprĂŒnge sind jedoch nicht in Sicht.
Mitten im Streik des Bodenpersonals stellte Vorstandschef Carsten Spohr in Frankfurt fĂŒr das laufende Jahr lediglich ein operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau in Aussicht. Der Anstieg der Ticketpreise dĂŒrfte fĂŒrs Erste vorbei sein. Und so viele Tickets wie vor der Pandemie wird die Lufthansa auch 2024 noch nicht wieder anbieten. Die AktionĂ€re können sich jedoch wieder auf eine Dividende freuen.
PassagiergeschÀft boomt
Lufthansa-Chef Spohr sieht den Konzern nach dem Existenzkampf in der Corona-Pandemie wieder zurĂŒck in alter finanzieller StĂ€rke. Im vergangenen Jahr erzielte die Lufthansa vor Sonderposten einen operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) von knapp 2,7 Milliarden Euro - rund 76 Prozent mehr als im noch pandemiegeprĂ€gten Vorjahr. Nur in den Jahren 2017 und 2018 rund um die Pleite der damaligen Rivalin Air Berlin hatte der Konzern im TagesgeschĂ€ft noch mehr verdient.
Anders als 2022 steuerte diesmal das PassagiergeschĂ€ft wieder den Löwenanteil zum Gewinn bei. Die konzerneigenen Passagier-Airlines kehrten mit einem bereinigten operativen Ergebnis von 2 Milliarden Euro in die schwarzen Zahlen zurĂŒck, nachdem sie im Vorjahr noch 300 Millionen Euro Verlust eingeflogen hatten. Den Töchtern Swiss, Austrian, Brussels und Eurowings gelangen dabei Rekordergebnisse - ebenso der Wartungssparte Lufthansa Technik. Den zwischenzeitlich geplanten Teilverkauf der Wartungstochter hatte der Vorstand im Herbst abgeblasen.
Preise fĂŒr Luftfrachttransporte rĂŒcklĂ€ufig
Unterdessen konnte die Frachtsparte Lufthansa Cargo ihre Rekordergebnisse aus den Pandemiejahren nicht wiederholen. Hatte sie 2022 im TagesgeschĂ€ft noch 1,6 Milliarden Euro verdient, steuerte sie diesmal nur 219 Millionen Euro bei. So stand durch die Erholung des Passagierverkehrs in aller Welt wieder viel mehr Platz in den FrachtrĂ€umen der Passagierjets zur VerfĂŒgung. Die Preise fĂŒr Luftfrachttransporte gingen daher deutlich zurĂŒck.
Flugtickets wurden hingegen erneut teurer, auch weil das Sitzplatzangebot der Fluggesellschaften mit der gestiegenen Nachfrage kaum Schritt halten konnte. So beförderten die Airlines des Lufthansa-Konzerns im vergangenen Jahr rund 123 Millionen FluggĂ€ste und damit rund ein FĂŒnftel mehr als im Jahr 2022. Die Durchschnittserlöse je Ticket wuchsen den Angaben zufolge um rund sechs Prozent.
Gewinn auf Vorjahresniveau
Im laufenden Jahr dĂŒrfte sich dieser Trend nach EinschĂ€tzung des Vorstands jedoch nicht fortsetzen. Lufthansa-Chef Spohr rechnet im PassagiergeschĂ€ft mit höchstens stagnierenden StĂŒckerlösen. Die durchschnittlichen Kosten je Sitzplatz sollen ebenfalls stabil bleiben - auch wenn das Bodenpersonal mit einem Streik an diesem Donnerstag und Freitag fĂŒr höhere GehĂ€lter kĂ€mpft und auch bei den Flugbegleitern ein Ausstand droht.
Auf Konzernebene peilt Spohr fĂŒr 2024 einen bereinigten operativen Gewinn auf dem Niveau von 2023 an - und damit erneut etwa 2,7 Milliarden Euro. Dabei will er das gesamte Sitzplatzangebot mit weiteren neuen Flugzeugen weiter ausbauen. Dennoch dĂŒrfte es den Planungen zufolge nur rund 94 Prozent des Vor-Corona-Niveaus aus dem Jahr 2019 erreichen. Im vergangenen Jahr lag es den Angaben zufolge bei 84 Prozent.
Die AktionĂ€re dĂŒrfen nach mehreren Nullrunden infolge der Pandemie fĂŒr 2023 wieder mit einer Dividende rechnen. So verdiente der Konzern unter dem Strich fast 1,7 Milliarden Euro und damit gut doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Die Anteilseigner sollen eine Dividende von 30 Cent je Aktie erhalten. Das letzte Mal hatte die Lufthansa das Jahr 2018 einen Teil ihres Gewinns ausgeschĂŒttet - damals lag die Dividende bei 80 Cent je Aktie.
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