ROUNDUPLĂ€nderchefs, Finanzpaket

Finanzpaket rasch beschließen

12.03.2025 - 16:17:21

Die MinisterprĂ€sidenten der LĂ€nder stehen geschlossen hinter dem milliardenschweren Finanzpaket fĂŒr Verteidigung und Infrastruktur und fordern eine rasche Verabschiedung.

Dies machten die Regierungschefs von Sachsen und Niedersachsen, Michael Kretschmer (CDU) und Stephan Weil (SPD), nach der MinisterprÀsidentenkonferenz in Berlin deutlich.

"Wir alle 16 LĂ€nder wĂŒnschen uns, dass die GesprĂ€che ĂŒber eine GrundgesetzĂ€nderung zu einem vernĂŒnftigen Ende kommen", sagte Kretschmer (CDU). Die Finanzierung von Verteidigung und Infrastruktur dĂŒrfe dabei nicht getrennt werden.

CDU/CSU und SPD hatten sich bei den Sondierungen fĂŒr eine neue Bundesregierung darauf verstĂ€ndigt, die Schuldenbremse im Grundgesetz fĂŒr höhere Verteidigungsausgaben zu lockern und zusĂ€tzlich ein schuldenfinanziertes Sondervermögen von 500 Milliarden Euro in der Verfassung zu verankern. Damit hĂ€tten auch die BundeslĂ€nder mehr finanzielle SpielrĂ€ume.

"Keine Trennung der Pakete"

"Die Situation der Sicherheitspolitik in Deutschland, Europa und der Welt verlangt von unserem Land, dass wir uns verteidigungsfĂ€hig aufstellen", sagte Kretschmer. Zugleich gelte: "Es ist unser gemeinsames VerstĂ€ndnis, dass wir nicht Geld nur fĂŒr Panzer, Raketen und die Ukraine ausgeben können, sondern dass wir auch die Infrastruktur der Bundesrepublik Deutschland mit KindergĂ€rten, Schulen, mit Straßen und KrankenhĂ€usern im Blick haben mĂŒssen." LĂ€nder und Kommunen mĂŒssten handlungsfĂ€hig bleiben. Alle drei Kategorien gehörten zusammen. "Es ist ein gemeinsames Paket", betonte Kretschmer.

Weil dringt auf gemeinsamen Weg

Niedersachsens MinisterprĂ€sident Weil sagte, die Erwartung laute: "Bitte sorgt dafĂŒr, dass wir sehr schnell einen gemeinsamen Weg zwischen den Parteien, die jetzt miteinander reden, sehen werden." Die Finanzpakete mĂŒssten zusammen behandelt werden, um eine Diskussion mit dem Tenor zu vermeiden, dass Geld fĂŒr RĂŒstung da sei, aber nicht fĂŒr andere Anliegen.

Die Regierungskonstellationen in den LĂ€ndern seien vielfĂ€ltig, fĂŒgte der SPD-Politiker hinzu. "Weil das so ist, deswegen ist auch eine Zweidrittelmehrheit im Bundesrat keine SelbstverstĂ€ndlichkeit, sondern das muss wirklich gut unterlegt sein."

WiderstÀnde auf Landesebene

FĂŒr die GrundgesetzĂ€nderungen sind Zweidrittelmehrheiten im Bundestag und im Bundesrat nötig. Auf Bundesebene verhandeln Union und SPD mit den GrĂŒnen. Deren Stimmen werden gebraucht, sie wollen dem Finanzpaket in ursprĂŒnglicher Form aber nicht zustimmen und haben eine Trennung ins GesprĂ€ch gebracht.

Auch auf LĂ€nderebene gibt es WiderstĂ€nde. So hatte ParteigrĂŒnderin Sahra Wagenknecht erklĂ€rt, die LĂ€nder mit BSW-Regierungsbeteiligung - Brandenburg und ThĂŒringen - könnten der Erhöhung der Verteidigungsausgaben im Bundesrat nicht zustimmen.

Brandenburgs MinisterprÀsident Dietmar Woidke (SPD) stellte sich selbst hinter das geplante Finanzpaket. Auf eine Frage zum BSW sagte er dem rbb: "Wir sind in intensiven GesprÀchen und ja, es sind ja noch ein paar Tage Zeit."

"Zum Gelingen verdammt"

Schon zu Beginn der Konferenz hatte der rheinland-pfĂ€lzische MinisterprĂ€sident Alexander Schweitzer (SPD) gesagt, er sei sehr zuversichtlich, dass die GesprĂ€che von Union, SPD und GrĂŒnen zum Erfolg fĂŒhren könnten, "wenn sich alle bewegen und wenn auch miteinander in einer ordentlichen Tonlage spricht". Die Ausgangslage sei: "Diese Bundesregierung im Werden ist zum Gelingen verdammt."

Der nordrhein-westfĂ€lische MinisterprĂ€sident Hendrik WĂŒst (CDU) verwies auf die Bedeutung der zusĂ€tzlichen Finanzmittel fĂŒr die LĂ€nder. Nötig sei ein "Aufbau West" mit Investitionen in die Infrastruktur. Es komme darauf an, auch mit den GrĂŒnen eine "Allianz der Mitte zu bilden".

Der baden-wĂŒrttembergische MinisterprĂ€sident Winfried Kretschmann (GrĂŒne) sagte, es werde hart verhandelt, das sei das Normalste auf der Welt. "Es geht nur nicht, dass man denkt, die GrĂŒnen stimmen jetzt auf Zuruf allem zu, das kann nun niemand erwarten", sagte Kretschmann.

Andere Themen Nebensache

Die MinisterprĂ€sidentinnen und -prĂ€sidenten wollten sich eigentlich auch mit einer Reihe von anderen Themen beschĂ€ftigen, darunter KĂŒnstliche Intelligenz, die Krankenhausreform und Verbesserungen in der Pflege. Die Themen wurden jedoch an den Rand gedrĂ€ngt. Immerhin beschlossen die Regierungschefs, dass die kĂŒnftige Bundesregierung die nationale Strategie zur kĂŒnstlichen Intelligenz ĂŒberarbeiten und mehr Geld zur VerfĂŒgung stellen solle.

Am Rande der Konferenz unterschrieben sie mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ein Finanzierungsabkommen fĂŒr die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, eine der bedeutendsten Kulturinstitutionen Deutschlands.

@ dpa.de