Baugenehmigungen auch zu Jahresbeginn gesunken
18.03.2024 - 09:03:11Die Baugenehmigungen in Deutschland sind nach dem deutlichen RĂŒckgang im vergangenen Jahr auch im Januar 2024 weiter gesunken. Die Behörden bewilligten den Bau von 16.800 Wohnungen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das waren 23,5 Prozent oder 5200 Genehmigungen weniger als ein Jahr zuvor. Im Vergleich zum Januar 2022 brach die Zahl sogar um 43,4 Prozent ein. Â
Bauherren machen vor allem gestiegene Zinsen fĂŒr Immobilienkredite und die höheren Baupreise zu schaffen.  Besonders im Wohnungsbau werden deswegen viele Vorhaben verschoben oder abgesagt.
Wichtiger Indikator fĂŒr Wohnungsmangel
Die Baugenehmigungen sind mit Blick auf den Wohnungsmangel gerade in StĂ€dten ein wichtiger Indikator. In den Zahlen sind sowohl die Baugenehmigungen fĂŒr Wohnungen in neuen GebĂ€uden als auch Umbauten enthalten. Nach vorlĂ€ufigen Daten der Behörde war die Zahl der Bewilligungen trotz starker Nachfrage nach Wohnraum in vielen Regionen Deutschlands im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren gesunken.Â
Ein Sprecher von Bundesbauministerin Klara Geywitz sagte, das Ministerium sehe mehrere GrĂŒnde, die «uns hoffnungsvoll stimmen», dass es im Baubereich besser werde. Die Zinsen fĂŒr Baufinanzierungen seien deutlich gesunken. Auch die Preise fĂŒr Baumaterialien hĂ€tten sich weitgehend normalisiert. Dazu gebe es EinkommenszuwĂ€chse nach Einkommensverlusten durch die hohe Inflation. Das Ministerium gehe davon aus, dass sich dadurch die Auftragslage am Bau verbessern werde.  Der Sprecher verwies weiter auf staatliche Förderprogramme.
Das Ministerium gehe davon aus, dass im vergangenen Jahr Ă€hnlich viele Wohnungen fertiggestellt wurden wie 2022. Damals waren es 295.000 neue Wohnungen. Die Zahlen fĂŒr 2023 will das Statistische Bundesamt Ende Mai veröffentlichen.Â
Deutlichster RĂŒckgang bei EinfamilienhĂ€usern
«Die fehlenden Baugenehmigungen von heute sind die fehlenden AuftrĂ€ge und Wohnungen von morgen», warnte dagegen Felix Pakleppa, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe.  Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie geht davon aus, dass im laufenden Jahr nur 220.000 bis 230.000 Wohnungen fertiggestellt werden.  Die Bundesregierung hatte das Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr ausgegeben. Beide VerbĂ€nde appellierten an die BundeslĂ€nder, dem Kompromissvorschlag des Vermittlungsausschusses zum Wachstumschancengesetz zuzustimmen, das auch steuerliche Entlastungen und Anreize fĂŒr den Bau vorsieht.
In neu zu errichtenden WohngebĂ€uden wurden im Januar 2024 insgesamt 13.500 Wohnungen genehmigt. Das waren 27,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Dabei ging die Zahl der Bewilligungen fĂŒr EinfamilienhĂ€user um 42,7 Prozent auf 2800 zurĂŒck. Bei den ZweifamilienhĂ€usern wurde ein RĂŒckgang der genehmigten Wohnungen um 19,6 Prozent auf 1100 verzeichnet. Bei den MehrfamilienhĂ€usern verringerte sich die Zahl der genehmigten Wohnungen um 20,0 Prozent auf 9200.


