NiederlÀndische Regierung will umstrittenes Asylgesetz anpassen
29.08.2025 - 13:02:44Mit der AnkĂŒndigung reagierte der geschĂ€ftsfĂŒhrend amtierende Justizminister David van Weel auf eine Stellungnahme des niederlĂ€ndischen Staatsrats zu dem im Juli vom Parlament verabschiedeten Gesetz, wie die Nachrichtenagentur ANP am Freitag berichtete.
Der Raad van State, der auch als höchstes Verwaltungsgericht fungiert, war in seiner am selben Tag veröffentlichten EinschĂ€tzung zu dem Schluss gelangt, dass nach den Bestimmungen des neuen Gesetzes nicht nur der illegale Aufenthalt in den Niederlanden strafbar wĂ€re, sondern auch jedwede UnterstĂŒtzung dafĂŒr.
"Form der MittÀterschaft oder Beihilfe"
Es bestehe "die reale Möglichkeit, dass die GewÀhrung von Hilfe an jemanden, der sich illegal in den Niederlanden aufhÀlt, eine Form der MittÀterschaft oder Beihilfe darstellt", erklÀrte der Staatsrat. "Selbst bei begrenzten Formen der Hilfe, wie zum Beispiel der Ausgabe einer Tasse Suppe, kann bereits eine Beihilfe vorliegen."
Inkrafttreten kann das Gesetz erst, wenn das Oberhaus des niederlĂ€ndischen Parlaments, die Erste Kammer der Generalstaaten, dafĂŒr grĂŒnes Licht gibt. Die calvinistisch-orthodoxe Partei SGP, die im Unterhaus noch zugestimmt hatte, will das Gesetz nun jedoch in der Ersten Kammer nur passieren lassen, wenn auch humanitĂ€re Hilfe fĂŒr Menschen ohne gĂŒltige Aufenthaltspapiere straffrei bleibt. Nach dem Gutachten des Staatsrats bekrĂ€ftigte die SGP ihre entsprechende Forderung. Ohne die streng religiöse Kleinpartei gibt es im Oberhaus keine Mehrheit fĂŒr das Gesetz.
Insgesamt zielt das Gesetz darauf ab, es deutlich schwieriger zu machen, Asyl in den Niederlanden zu bekommen und Familienangehörige nachzuholen. Initiator der VerschĂ€rfung des Asylrechts war vor allem der radikal-rechte Populist Geert Wilders. Dieser hatte sich erstmals mit seiner Partei fĂŒr die Freiheit (PVV) an einer Regierung beteiligt und wollte das "strengste Asylgesetz aller Zeiten" durchsetzen. Doch im Juni platzte die Koalition am Streit ĂŒber die Asylgesetze. Neuwahlen sind fĂŒr Ende Oktober geplant.

