Niederlande, NRW

Niederlande und NRW wollen illegale Migration eindÀmmen

25.03.2025 - 19:43:17

Die Niederlande und Nordrhein-Westfalen wollen die illegale Migration eindÀmmen, ohne dabei den offenen Grenzverkehr zwischen beiden NachbarlÀndern zu beeintrÀchtigen.

"Wir mĂŒssen unterscheiden zwischen Grenzkontrollen und Grenzschließungen", sagte NRW-MinisterprĂ€sident Hendrik WĂŒst (CDU) nach einem GesprĂ€ch mit dem niederlĂ€ndischen Premier Dick Schoof in DĂŒsseldorf. Offene Grenzen seien die Grundlage fĂŒr gemeinsamen Wohlstand.

Die Regierungen der Niederlande und des benachbarten Bundeslandes hatten sich in der NRW-Landeshauptstadt zu den dritten Regierungskonsultationen getroffen. Die rechtsgerichtete niederlĂ€ndische Regierung unter dem parteilosen Schoof ist seit Sommer 2024 im Amt. Die niederlĂ€ndische Regierung hatte Ende 2024 beschlossen, Grenzkontrollen einzufĂŒhren, um illegale Migration und Menschenschmuggel einzudĂ€mmen.

Grenzkontrollen bedeuten nicht Grenzschließungen

Die heutigen Grenzkontrollen hĂ€tten nahezu keine Auswirkungen auf den gemeinsamen GĂŒteraustausch und Grenzverkehr der beiden NachbarlĂ€nder, sagte WĂŒst. Das "Allerbeste" wĂ€ren aber so gute europĂ€ische Außengrenzen, "dass wir ĂŒber dieses Thema gar nicht reden mĂŒssen", so der CDU-Politiker.

Da sei die RealitĂ€t leider eine andere und deshalb mĂŒsse an den Binnengrenzen der EU in Zukunft "eher mehr als weniger" kontrolliert werden. Europa mĂŒsse in Fragen von Sicherheit und Migration viel konsequenter handeln. "Aber trotzdem bleibt es dabei: keine Grenzschließungen mit langen Lkw-Schlangen und den BeeintrĂ€chtigungen, die wir alle nicht haben wollen."

Auch Schoof betonte, dass das Schengen-System des freien Reisens an den EU-Binnengrenzen nicht zur Diskussion stehe. "Es geht darum, dass die illegalen GrenzĂŒbertritte mit möglichst wenig Schwierigkeiten fĂŒr den regulĂ€ren Grenzverkehr verhindert werden."

Niederlande setzen auf neue Bundesregierung

Erwartungen hat Schoof auch an die kĂŒnftige Bundesregierung unter dem wahrscheinlichen Kanzler Friedrich Merz (CDU). Was das Thema Migration betreffe, könne die Zusammenarbeit nur besser werden, sagte er. Deutschland und die Niederlande setzten in Europa die gleichen PrioritĂ€ten. "Wir mĂŒssen die Migration in Griff bekommen und zusammenarbeiten bei der RĂŒckkehr derjenigen, die illegal ins Land gekommen sind", sagte Schoof.

Gemeinsame Polizeiteams werden verstÀrkt

Die Arbeit der gemeinsamen Polizeiteams der Niederlande und Nordrhein-Westfalens soll ĂŒber das Jahr 2025 hinaus verstetigt werden, vereinbarten beide LĂ€nder in einer gemeinsamen ErklĂ€rung. Außerdem soll die Möglichkeit geprĂŒft werden, ein weiteres Polizeiteam fĂŒr das Gebiet im DreilĂ€ndereck Niederlande - Deutschland- Belgien zu bilden. Die grenzĂŒberschreitenden Polizeiteams (GPT)hĂ€tten sich als wichtiges und erfolgreiches Instrument fĂŒr das BekĂ€mpfen der KriminalitĂ€t im niederlĂ€ndisch-deutschen Grenzgebiet etabliert.

@ dpa.de