Ifo Dresden: Ostdeutsche Wirtschaft erholt sich allmÀhlich
18.06.2025 - 12:20:30Bei ihrer Sommer-Prognose sahen die Wissenschaftler den konjunkturellen Tiefpunkt durchschritten. FĂŒr Ostdeutschland wird in diesem Jahr ein Zuwachs der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent vorausgesagt, fĂŒr das kommende Jahr von 1,3 Prozent.
Den Schub begrĂŒnden die Ifo-Forscher vor allem mit den geplanten fiskalischen MaĂnahmen der Bundesregierung, auch wenn sie in Ostdeutschland (mit Berlin) wegen struktureller Besonderheiten geringer ausfallen wĂŒrden als in den westdeutschen BundeslĂ€ndern, hieĂ es. Impulse werden vor allem fĂŒr das Baugewerbe und Dienstleister erwartet.
Osten kann von Erhöhung der MilitÀrausgaben kaum profitieren
Von der geplanten Erhöhung der MilitĂ€rausgaben wird der Osten weniger profitieren, lautet eine weitere Prognose der Forscher. Die RĂŒstungsindustrie habe ein geringeres Gewicht in Ostdeutschland, so dass ein GroĂteil der geplanten RĂŒstungsausgaben vornehmlich in den westdeutschen BundeslĂ€ndern zu Buche schlagen dĂŒrfte, erklĂ€rte Wirtschaftswissenschaftler Joachim Ragnitz.
Infrastrukturausgaben geben Impulse
"Positiv werden sich die geplanten Infrastrukturausgaben auswirken. Angesichts des enormen Planungsvorlaufs und des Mangels an ArbeitskrĂ€ften wird die ostdeutsche Wirtschaft hiervon kurzfristig aber nur wenig profitieren", ergĂ€nzte Robert Lehmann vom Ifo-Institut MĂŒnchen.
"Der Arbeitsmarkt dĂŒmpelt weiter vor sich hin", sagte Ragnitz. Hier wird im Osten fĂŒr 2025 ein RĂŒckgang von 0,1 Prozent angenommen, 2026 soll es ein Plus von 0,2 Prozent geben. Die Dynamik am Arbeitsmarkt bleibe aufgrund der wirtschaftlichen SchwĂ€chephase der vergangenen Jahre und der ungĂŒnstigen demografischen Rahmenbedingungen verhalten.
FĂŒr die deutsche Wirtschaft hatten die MĂŒnchner Ifo-Kollegen in der vergangenen Woche ihre Konjunkturprognose fĂŒr 2026 deutlich erhöht. Das Bruttoinlandsprodukt könnte demnach um 1,5 Prozent zulegen, das wĂ€re fast doppelt so viel wie die ursprĂŒnglich angenommenen 0,8 Prozent. FĂŒr dieses Jahr erhöhte Ifo die Prognose ganz leicht von 0,2 auf 0,3 Prozent.

