Bund und LÀnder besiegeln Verkaufsstopp ostdeutscher AgrarflÀchen
11.04.2024 - 14:50:33Eine entsprechende Vereinbarung traf die Bundesregierung am Donnerstag mit den ostdeutschen LĂ€ndern - trotz Protesten von BauernverbĂ€nden gegen den Verkaufsstopp. "Der Ausverkauf kostbarer AckerflĂ€chen hat endgĂŒltig ein Ende", sagte Agrarminister Cem Ăzdemir in Berlin.
Die Neuregelung fĂŒr damals noch etwa 91 000 Hektar im Besitz der bundeseigenen Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft BVVG wurde schon im Koalitionsvertrag von 2021 angekĂŒndigt und seit 2022 vorbereitet. Seit der deutschen Vereinigung waren Wald und Ăcker aus dem frĂŒheren DDR-Staatsbesitz nach und nach privatisiert worden. Jetzt regelten Bund und LĂ€nder in sogenannten FlĂ€chenmanagementgrundsĂ€tzen die Einzelheiten zum weitgehenden Verkaufsstopp.
Bei der anvisierten Verpachtung sollen nachhaltige Betriebe Vorrang haben - nach Ăzdemirs Angaben ökologisch wirtschaftende Bauernhöfe und konventionelle Betriebe, die bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfĂŒllen. "Wir legen dabei ein Hauptaugenmerk auf Nachhaltigkeit und Nachwuchsförderung", erklĂ€rte der GrĂŒnen-Politiker. "Wer zur BiodiversitĂ€t beitrĂ€gt, das Klima schĂŒtzt oder Tiere besser hĂ€lt, profitiert bei der Vergabe von FlĂ€chen. So fördern wir eine nachhaltige und damit zukunftsfeste Landwirtschaft." Junglandwirte hĂ€tten besondere Vorteile von den neuen GrundsĂ€tzen, meinte Ăzdemir.
Ostdeutsche BauernverbĂ€nde hatten kĂŒrzlich gegen die Neuerungen protestiert. Der Verkaufsstopp solle aufgehoben werden, forderten sie. Stattdessen sollte die Privatisierung fortgesetzt und die FlĂ€chenverwaltung durch den Bund beendet werden. Auch gegen die Nachhaltigkeitskriterien bei der Verpachtung wehrten sich die VerbĂ€nde. Die ĂberfĂŒhrung von FlĂ€chen ins Nationale Naturerbe lehnen sie ebenfalls ab. DafĂŒr sah die Ampel 17 500 Hektar aus dem Bestand vor.

