AOK, Einlagerung

AOK fordert mehr Einlagerung von Medikamenten

09.11.2024 - 09:24:06 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Pflicht zur Lagerhaltung sollte auf weitere wichtige Arzneimittel ausgeweitet werden, fordert die AOK.

Tabletten (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Bisher gilt nur fĂŒr patentfreie sogenannte Generika, fĂŒr die zwischen Krankenkassen und Pharmafirma ein Rabattvertrag besteht, eine sechsmonatige Bevorratungspflicht. AntibiotikasĂ€fte fĂŒr Kinder, aber auch Arzneimittel gegen Krebs, die den Wirkstoff Tamoxifen enthalten, fallen nicht unter die Regelung. "Das ist ein offensichtlicher Systemfehler, der dringend abgestellt werden muss", sagte Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-WĂŒrttemberg, die in der AOK-Gemeinschaft fĂŒr die Verhandlungen der Generika-RabattvertrĂ€ge zustĂ€ndig ist, dem "Spiegel". Sowohl bei den AntibiotikasĂ€ften als auch bei den Krebs-Medikamenten gibt es LieferengpĂ€sse.

"Wir brauchen fĂŒr alle versorgungsrelevanten Arzneimittel eine entsprechende Mindestlagerhaltung, unabhĂ€ngig von RabattvertrĂ€gen", sagte Bauernfeind. Ob eine Pflicht zur Lagerhaltung ĂŒberhaupt etwas bringt, ist allerdings umstritten. Statt Produktionsanreize zu schaffen, entstĂŒnden unter anderem zusĂ€tzliche Kosten, befĂŒrchten Kritiker. Sanktionen bei einem Verstoß gegen die Lagerpflicht seien seitens des Gesetzgebers nicht vorgesehen, heißt es beim Bundesgesundheitsministerium. In Frankreich sind die Regeln strenger: Die dortige Behörde fĂŒr Arzneimittelsicherheit ANSM verhĂ€ngte im September Strafzahlungen in Höhe von insgesamt knapp acht Millionen Euro gegen elf Pharmaunternehmen. Der Grund: Sie konnten nur unzureichende LagerbestĂ€nde vorweisen. In Deutschland konnte die Verpflichtung zur Lagerhaltung, die hierzulande seit Ende Juli 2023 gilt, die Situation rund um LieferengpĂ€sse bisher nicht entscheidend entschĂ€rfen. Das zustĂ€ndige Bundesinstitut fĂŒr Arzneimittel und Medizinprodukte fĂŒhrt derzeit 737 gemeldete EngpĂ€sse, im Vorjahr waren es 1.017. ErklĂ€rt das Bundesgesundheitsministerium einen "Versorgungsmangel", dĂŒrfen Medikamente vereinfacht aus dem Ausland importiert werden. Dies gilt derzeit etwa fĂŒr Tamoxifen, fĂŒr Kochsalzlösung oder fĂŒr Impfstoffe gegen das RS-Virus, einen Erreger akuter Atemwegsinfektionen, mit dem sich insbesondere SĂ€uglinge und Kleinkinder anstecken.

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