Ăsterreichs Kanzler kritisiert GrenzplĂ€ne von Merz
27.01.2025 - 13:47:04Er freue sich, dass in Deutschland in der Migrationspolitik ein Umdenken stattfinde, sagte der geschĂ€ftsfĂŒhrende österreichische Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ĂVP) am Rande eines EU-Treffens in BrĂŒssel. Gleichzeitig mĂŒssten aber die Regeln fĂŒr den grenzkontrollfreien Schengen-Raum einhalten werden. "Wir brauchen - das wissen wir alle - gemeinsame Lösungen", sagte er. "Wenn jeder von uns jetzt einzeln einfach die ZugbrĂŒcken hochzieht, dann sind wir alle Ă€rmer und keiner ist sicherer."
Mit Blick auf die Frage, ob Ăsterreich von Deutschland an der Grenze abgewiesene Schutzsuchende zurĂŒcknehmen wĂŒrde, verwies Schallenberg ebenfalls auf die geltenden Regeln fĂŒr den Schengen-Raum. Diese sehen vor, dass erst einmal geprĂŒft werden mĂŒsste, wo die betreffende Person in die EU eingereist ist. Erst dann kann ein EU-Staat einen Schutzsuchenden in den so ermittelten anderen EU-Staat schicken.
Union will an den deutschen Grenzen zurĂŒckweisen
In einem Unionsantrag zur Migrationspolitik heiĂt es nun aber unter dem Punkt "An den deutschen Grenzen zurĂŒckweisen", Grenzkontrollen wĂŒrden unbegrenzt fortgesetzt und konsequent mit ZurĂŒckweisungen verbunden. Wer aus einem Mitgliedstaat der EuropĂ€ischen Union oder aus dem Schengen-Raum einreisen und in Deutschland einen Asylantrag stellen wolle, sei nicht bedroht. Er werde an der deutschen Staatsgrenze zurĂŒckgewiesen.
FĂŒr Aufsehen sorgen die ĂuĂerungen von Schallenberg auch deswegen, weil er wie Merz Mitglied der europĂ€ischen Parteienfamilie EVP ist. Der geschĂ€ftsfĂŒhrende Kanzler Ă€uĂerte sich bei einem EU-AuĂenministertreffen vor Journalisten zu dem Thema. Er nimmt neben dem Amt des Kanzlers weiter auch die Funktion des österreichischen AuĂenministers wahr.

