HAM, Schifffahrt

Investor MSC verspricht zusĂ€tzliche Umschlagmengen fĂŒr Hamburg

09.10.2023 - 07:36:50

Die Reederei MSC stellt dem Hamburger Hafen Wachstumschancen in Aussicht.

"Wir werden zusĂ€tzliche Umschlagmengen nach Hamburg bringen", sagte MSC-Chef Soren Toft der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagsausgabe). Gleichzeitig Ă€ußerte er VerstĂ€ndnis fĂŒr die Kritik, die in Hamburg mit Blick auf den geplanten Einstieg von MSC bei der Betreibergesellschaft HHLA vielfach geĂ€ußert wird: "NatĂŒrlich ist die HHLA ein besonderes Unternehmen, mit einer besonderen Geschichte und Bedeutung fĂŒr Hamburg. Da ist es klar und auch gut, dass so ein Schritt kontrovers diskutiert wird."

In wenigen Tagen werden die HHLA-AktionĂ€re ein konkretes Kaufangebot von MSC bekommen, bis dahin sollen weitreichende Verabredungen zwischen der Stadt Hamburg als HauptaktionĂ€rin der HHLA AG und MSC geschlossen werden, unter anderem ein konkreter gemeinsamer Investitionsplan. "Wir haben außerdem vereinbart, dass wir die kurz-, mittel- und langfristige Investitionsplanung alle drei, fĂŒnf, zehn Jahre konkretisieren", sagte Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) der FAZ. "Das bedeutet eine große VerĂ€nderung", fĂŒgte sie hinzu: "Bisher wurde die Stadt verantwortlich gemacht, wenn es im Hafen nicht so gut lief, ohne dass wir handlungsfĂ€hig waren." Leonhard wies darauf hin, dass die Perspektive weit ĂŒber Hamburg hinaus zu richten sei: "Dabei ist wichtig, dass HHLA sehr viel mehr ist als die Hafengesellschaft in Hamburg. Da gibt es Entwicklungsmöglichkeiten zum Beispiel im Baltikum, am Mittelmeer. Und die HHLA ist wirklich stark im Intermodalverkehr, was stabilisierend wirkt in konjunkturell schwierigen Zeiten. Das alles zu stĂ€rken, ist eine Zukunftsaufgabe." Explizit bestĂ€tigte MSC-Chef Toft, dass die Reederei keineswegs nur die Umschlagmenge im Hamburger Hafen deutlich erhöhen will, sondern auch von dem Intermodal-GeschĂ€ft der HHLA profitieren will, also dem Weitertransport der Container ins Hinterland. "Wir glauben an die Eisenbahn als umweltfreundliches Transportmittel. Das kann man auch an einzelnen Investments erkennen, die wir in der Vergangenheit gemacht haben, zum Beispiel in Portugal und der TĂŒrkei. Mit der Bahngesellschaft Metrans ist die HHLA gut in Richtung Osteuropa positioniert", so Toft. Dieses Netzwerk werde MSC kĂŒnftig auch nutzen. Mit Blick auf den Konkurrenten Hapag-Lloyd schlug Toft versöhnliche Töne an: "Wir werden eng mit Hapag-Lloyd zusammenarbeiten. Wir haben ja heute schon in SĂŒdamerika verschiedene Kooperationen, sogenannte Vessel Sharing Agreements. Und es ist auch ganz normal, dass eine Reederei Terminals anlĂ€uft, die einer anderen Reederei gehören", sagte der MSC-Manager der FAZ. Er habe auch persönlich mit dem Hapag-Lloyd-Vorstandschef Rolf Habben Jansen gesprochen: "Wir haben ja beide das Anliegen, den Hafen attraktiv zu halten."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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