US-Kongress verabschiedet Steuergesetz
03.07.2025 - 21:14:47 | dpa.deDas ReprÀsentantenhaus verabschiedete ein von ihm vorangetriebenes Steuer- und Ausgabengesetz, mit dem Trump zentrale Versprechen aus seinem Wahlkampf finanzieren will. Zuvor hatte bereits der Senat in einer denkbar knappen Entscheidung zugestimmt.
Die Abstimmung am Nachmittag (Ortszeit) war unter anderem wegen des Widerstandes mehrerer republikanischer Abgeordneter ins Stocken geraten. Erst nach Stunden konnten die Republikaner in der Nacht eine verfahrenstechnische HĂŒrde nehmen und mit der Debatte ĂŒber den Gesetzentwurf beginnen. Der fĂŒhrende demokratische Abgeordnete Hakeem Jeffries verzögerte die Abstimmung zudem mit einer mehr als achtstĂŒndigen Rede im Plenarsaal des ReprĂ€sentantenhauses - laut ĂŒbereinstimmenden US-Medien ein neuer Rekord.
Zwei Republikaner dagegen
Aufhalten konnte er das Gesetz damit aber nicht: Das Paket, das unter dem Namen "One Big Beautiful Bill" bekannt ist ("Ein groĂes, schönes Gesetz"), bekam nun auch im ReprĂ€sentantenhaus eine Mehrheit. 218 von Trumps Parteikollegen stimmten fĂŒr das Gesetz, 2 Republikaner dagegen. Die Demokraten in der Opposition lehnten mit 212 Stimmen das Gesetz geschlossen ab.
Am seidenen Faden
Bis ganz kurz vor dem verkĂŒndeten Ergebnis war unklar, wie sich einige wenige verbliebene Republikaner, die noch nicht ihre Stimme abgegeben hatten, entscheiden wĂŒrden. Der Sieg Trumps hing an einem seidenen Faden.
Es kann damit Trump zur Unterzeichnung vorgelegt werden - gerade rechtzeitig zu seiner selbsterklĂ€rten Frist. Der PrĂ€sident hatte wochenlang immer wieder Druck auf die Republikaner ausgeĂŒbt, damit das Gesetz bis zum amerikanischen UnabhĂ€ngigkeitstag am 4. Juli auf seinem Schreibtisch landet.
Was das Gesetz vorsieht - und woran es Kritik gibt
Kernelement des Gesetzes ist die dauerhafte VerlĂ€ngerung von Steuererleichterungen aus Trumps erster Amtszeit. Das Paket sieht in einigen Bereichen mehr Ausgaben vor - etwa fĂŒr den Grenzschutz und die Verteidigung, in anderen KĂŒrzungen. Von den Einschnitten sind unter anderem Sozialleistungen betroffen, was auf heftige Kritik der Demokraten stöĂt.
Deren MinderheitsfĂŒhrer im Senat, Chuck Schumer, kritisierte zuletzt etwa, dass aufgrund des Gesetzes Millionen Amerikaner ihre Krankenversicherung verlieren wĂŒrden. Das Congressional Budget Office (Haushaltsamt des US-Kongresses) kommt in einer SchĂ€tzung ebenfalls zu diesem Schluss. Auch aus den Reihen der Republikaner gab es Kritik an vorgesehenen KĂŒrzungen am US-Gesundheitssystem Medicaid, das Geringverdiener und Menschen mit Behinderung unterstĂŒtzt.
Haushaltspolitisch konservative Republikaner kritisierten unterdessen, dass das Gesetz bei den AusgabenkĂŒrzungen nicht weit genug gehe. Sie befĂŒrchten einen weiteren Anstieg des Haushaltsdefizits. Das Congressional Budget Office schĂ€tzt, dass das Gesetz das Defizit innerhalb der nĂ€chsten zehn Jahre um rund 3,3 Billionen US-Dollar (etwa 2,8 Billionen Euro) erhöht.
Musk und Trump geraten ĂŒber das Gesetz in Streit
Besondere Aufmerksamkeit bekam das Gesetz nicht nur wegen Trumps intensivem Ringen darum, sondern auch wegen der vehementen Kritik von Tech-MilliardĂ€r Elon Musk. Auf der Plattform X schrieb er zuletzt unter anderem: "Wenn dieses irrsinnige Ausgabengesetz verabschiedet wird, wird am nĂ€chsten Tag die 'America Party' gegrĂŒndet." Es sei Zeit fĂŒr eine neue politische Partei. Abgeordneten, die dem Gesetz zustimmen, drohte er offen damit, bei Vorwahlen im kommenden Jahr auf ihre Niederlage hinzuwirken.
Der Streit zwischen Musk und Trump, der in einer offenen Schlammschlacht mĂŒndete, hatte sich an dem Gesetz entzĂŒndet. Musk kritisierte die damit einhergehende Schuldenerhöhung und forderte deutlich stĂ€rkere AusgabenkĂŒrzungen.
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