Wachsende US-Staatsschulden beunruhigen KapitalmÀrkte
13.07.2025 - 08:02:14Viele Finanzfirmen und Ăkonomen sehen wachsendes Misstrauen gegen den fiskalpolitischen Kurs der USA. Dazu zĂ€hlen etwa die US-Investmentbank Goldman Sachs US38141G1040 oder der zur Deutschen Bank gehörende Vermögensverwalter DWS DE000DWS1007.
Spielraum fĂŒr Fehler wird kleiner
"Die USA haben zwar noch Spielraum fĂŒr Anpassungen, aber der Spielraum fĂŒr Fehler wird immer kleiner", warnt Christian Scherrmann, der fĂŒr die USA zustĂ€ndige Ăkonom der DWS. "Verzögerungen erhöhen das Risiko einer nichtlinearen Finanzkrise, in der das Vertrauen der MĂ€rkte plötzlich schwindet."
Verdopplung der Schulden seit 2015
Innerhalb von gut zehn Jahren hat sich die US-Verschuldung verdoppelt: von 18,2 Billionen Dollar im Jahr 2015 auf derzeit 36,6 Billionen, wie auf der Webseite des US-Finanzministeriums nachzulesen. Die Haushaltsbehörde des US-Kongresses geht davon aus, dass die US-Schulden bis 2034 um weitere drei Billionen Dollar zunehmen könnten. Alex Phillips, ein Ăkonom der US-Investmentbank Goldman Sachs, nannte das hohe US-Haushaltsdefizit jĂŒngst "lĂ€ngerfristig nicht tragbar".
Nicht alle sehen schwarz
Vergleichsweise unbesorgt scheint der RĂŒckversicherer Munich Re DE0008430026, der in der Finanzbranche traditionell als vorsichtiges Unternehmen gilt. "Das Risiko, US-Staatsanleihen zu halten, besteht in der FĂ€higkeit und Bereitschaft des US-Finanzministeriums, die Schulden zurĂŒckzuzahlen", sagt Nicholas Gartside, der Chief Investment Officer des MĂŒnchner Dax DE0008469008-Konzerns. "Diese beiden Faktoren stehen absolut auĂer Frage. US-Schulden bleiben ein sicherer Hafen."
Niedergang der USA als Weltmacht in Sicht?
Doch jenseits der Finanzbranche nehmen manche Denker bereits die weltpolitischen Weiterungen in den Blick. Zu diesen zĂ€hlt der in Harvard lehrende Historiker Niall Ferguson: GroĂmĂ€chte, die mehr Geld fĂŒr die Zahlung ihrer Zinsen als fĂŒr das MilitĂ€r ausgeben mĂŒssen, seien zum Niedergang verurteilt, argumentierte Ferguson kĂŒrzlich in einem Interview mit Goldman Sachs. Von dieser Schwelle sind die USA nicht weit entfernt.

