Bundesbank, GeschÀftsumfeld

Bundesbank: GeschĂ€ftsumfeld fĂŒr Banken trĂŒbt sich ein

17.09.2024 - 12:13:36

Die schwache deutsche Wirtschaft und weltweite Krisen belasten nach EinschÀtzung der Bundesbank 2024 die deutschen Banken.

Zwar sei die Inflation deutlich gefallen, schreibt die Notenbank in ihrem Monatsbericht September. "Dennoch bestehen weiterhin große Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklung." So dĂŒrften die Risiken fĂŒr KreditausfĂ€lle weiter steigen, was höhere Abschreibungen fĂŒr notleidende Kredite wahrscheinlicher mache. Zudem bleibe das KreditneugeschĂ€ft verhalten und es gebe Druck auf die ZinsĂŒberschĂŒsse. "FĂŒr die deutschen Kreditinstitute dĂŒrften ertragsbelastende Faktoren an Bedeutung gewinnen."

Die Bundesbank warnt ferner vor großen globalen Bedrohungen. "DarĂŒber hinaus bleiben zusĂ€tzliche Herausforderungen durch Digitalisierung, Klimaschutz und Cyberrisiken bestehen. Die damit steigenden Investitionsbedarfe werden die Ertragslage der deutschen Kreditinstitute, fĂŒr sich genommen, zunĂ€chst belasten." Nach einem Rekordjahr 2023 werde das GeschĂ€ftsumfeld dieses Jahr herausfordernd bleiben.

Ausnahmejahr fĂŒr die Branche dank gestiegener Zinsen

Noch im vergangenen Jahr hatten insbesondere gestiegene Zinsen die Bankenbranche beflĂŒgelt und einigen GeldhĂ€usern Rekordzahlen beschert. Der aggregierte JahresĂŒberschuss vor Steuern deutscher Banken lag laut Bundesbank mit 48,7 Milliarden Euro fast 80 Prozent ĂŒber dem Vorjahreswert und erreichte einen Höchstwert seit 1999.

Der ZinsĂŒberschuss der deutschen Banken wuchs 2023 im Zuge von Leitzinserhöhungen der EuropĂ€ischen Zentralbank um 16,7 Prozent auf 106,9 Milliarden Euro - ein Rekordwert seit 25 Jahren, so die Bundesbank. Die Zinsmarge der Institute sei deutlich gestiegen.

Auch wurden die Banken deutlich profitabler: Die viel beachtete Aufwand-Ertrags-Relation lag wegen der gestiegenen operativen ErtrĂ€ge mit 59,2 Prozent auf dem niedrigsten Stand der letzten 25 Jahre. Das Polster aus dem vergangenen Jahr stimmt die Bundesbank zuversichtlich fĂŒr 2024: "Die ErtrĂ€ge des Jahres 2023 geben den Instituten aber eine gute Basis fĂŒr die nötigen Investitionen und die nötige Risikovorsorge."

@ dpa.de