Bundesbank: Erholung der deutschen Wirtschaft verzögert sich
26.01.2024 - 12:25:40 | dpa.de"Alles in allem könnte die deutsche Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2024 bestenfalls stagnieren", schreibt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht Januar, der am Freitag veröffentlicht wurde. Damit wĂŒrde sich die erwartete Erholung verzögern.
"Insgesamt stellt sich die Konjunktur derzeit leicht schwĂ€cher dar als in der Dezember-Projektion erwartet. Anzeichen dafĂŒr, dass die industrielle Auslandsnachfrage ihren Tiefpunkt bereits erreicht hatte, bestĂ€tigten sich nicht", konstatiert die Notenbank.
In ihrer Mitte Dezember veröffentlichten Prognose hatte die Bundesbank fĂŒr Deutschland nach einem RĂŒckgang 2023 fĂŒr 2024 ein Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent vorhergesagt. Mittelfristig rechnet die Bundesbank demnach wieder mit einem etwas stĂ€rkeren Wachstum von 1,2 Prozent im Jahr 2025 und 1,3 Prozent im Jahr 2026.
Wirtschaftsleistung zum Jahresende geschrumpft
Nach vorlÀufigen Daten des Statistischen Bundesamt ist die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr in eine Rezession gerutscht: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank zum Vorjahr preisbereinigt um 0,3 Prozent. Im Schlussquartal schrumpfte das BIP einer SchÀtzung zufolge preis-, saison- und kalenderbereinigt zum Vorquartal um 0,3 Prozent.
Als GrĂŒnde fĂŒr den RĂŒckgang im vierten Quartal 2023 nennt die Bundesbank unter anderem den weiteren RĂŒckgang der AuslandsauftrĂ€ge fĂŒr die deutsche Industrie. Zudem hĂ€tten gestiegene Finanzierungskosten Investitionen vor allem im Wohnungsbau gedĂ€mpft. "Auch die Unsicherheit ĂŒber die zukĂŒnftige Ausrichtung der Fiskal- und Klimapolitik dĂŒrfte das Wirtschaftsgeschehen belastet haben", schreibt die Bundesbank. Verbraucher seien vorsichtig geblieben und hĂ€tten ihre Konsumausgaben zum Jahresende wohl kaum gesteigert.
Inflationsrate dĂŒrfte "spĂŒrbar zurĂŒckgehen"
Auf Entlastung dĂŒrfen Verbraucherinnen und Verbraucher bei der allgemeinen Teuerung hoffen: Die Inflationsrate dĂŒrfte nach EinschĂ€tzung der Bundesbank zu Beginn des neuen Jahres "wieder spĂŒrbar zurĂŒckgehen". Im Dezember waren die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,7 Prozent gestiegen nach 3,2 Prozent im November. Ein wichtiger Grund fĂŒr den Sprung nach oben: Ein Jahr zuvor hatte der Staat im Dezember einmalig die Kosten fĂŒr den Abschlag der Gas- und FernwĂ€rmekunden ĂŒbernommen. Dieser preisdĂ€mpfende Effekt entfiel in der Berechnung fĂŒr Dezember 2023.
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