Schweizer Wirtschaft zu Zöllen: «Horrorszenario» eingetreten
07.08.2025 - 08:40:14Seit einigen Stunden gelten fĂŒr die Schweiz so hohe US-Zölle wie kaum fĂŒr ein anderes Land: 39 Prozent. Der Schweizer Industrieverband der Tech-Industrie, Swissmem, spricht von einem «Horrorszenario».Â
«Bleibt diese horrende Zollbelastung bestehen, ist das ExportgeschĂ€ft der Schweizer Tech-Industrie in die USA faktisch tot â insbesondere angesichts deutlich tieferer Zölle fĂŒr die Konkurrenz aus der EU und Japan», schreibt der Verband auf X. Das Schweizer Kabinett wollte am Nachmittag zu einer Krisensitzung zusammentreffen.
Der Wirtschaftsverband Economiesuisse verlangt weitere Verhandlungen. «Eine möglichst rasche Einigung zur Reduktion der Zölle ist dringend», schreibt er. Zudem seien MaĂnahmen nötig, um den Wirtschaftsstandort zu stĂ€rken.»
Keine Chance in Washington
BundesprĂ€sidentin und Finanzministerin Karin Keller-Sutter und Wirtschaftsminister Guy Parmelin waren noch persönlich nach Washington gereist, sind aber am Donnerstagmorgen mit leeren HĂ€nden zurĂŒckgekehrt. Sie konnten auf ihren am Dienstag hastig arrangierten Besuch nur mit AuĂenminister Marco Rubio sprechen. Der lieĂ anschlieĂend verlauten, es sei um Verteidigungskooperation gegangen und «eine faire und ausgeglichene Handelsbeziehung, die dem amerikanischen Volk zugutekommt».Â
Die USA sind der wichtigste Handelspartner der Schweiz. Rund 18 Prozent der Ausfuhren gingen im vergangenen Jahr ĂŒber den Atlantik. Die Industrie fĂŒrchtet bei 39 Prozent Zöllen um zehntausende ArbeitsplĂ€tze. US-PrĂ€sident Donald Trump argumentiert mit dem hohen Defizit im Warenhandel von rund 39 Milliarden Franken. Zusammen gesehen mit dem Dienstleistungshandel ist es etwa halb so hoch.


