Schweizer, Start

Schweizer Wirtschaft wÀchst rasant - zumindest vorerst

02.06.2025 - 11:36:49 | dpa.de

Die Schweizer Wirtschaft hat einen fulminanten Start ins Jahr 2025 hingelegt, doch sie dĂŒrfte dieses hohe Tempo im Jahresverlauf kaum halten können.

US-PrĂ€sident Donald Trump ist fĂŒr beides verantwortlich.

Der Start ist noch etwas besser gelungen als zunĂ€chst gedacht. Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) legte in der Periode von Januar bis MĂ€rz 2025 auf bereinigter Basis gegenĂŒber dem Vorquartal um 0,8 Prozent zu, wie das Staatssekretariat fĂŒr Wirtschaft (Seco) am Montag mitteilte. Das Seco hatte vor zwei Wochen in einer ersten SchnellschĂ€tzung 0,7 Prozent gemessen.

So oder so: Das sind deutlich ĂŒberdurchschnittliche Werte. "Die Schweizer Wirtschaft ist dynamisch gewachsen", sagt denn auch Felicitas Kemeny, Konjunkturverantwortliche beim Seco, auf Anfrage der Schweizer Finanznachrichten-Agentur AWP.

Trump-Vorzieheffekte

Ein Treiber des Booms waren Export-Vorzieheffekte. Laut Ökonomen dĂŒrfte es solche wegen der Zollandrohungen durch US-PrĂ€sident Donald Trump gegeben haben. Firmen könnten also das noch tiefere Zollumfeld im Startquartal genutzt haben. Der "Liberation Day" fand dann zu Beginn des zweiten Quartals statt.

Auch das Seco schreibt von "möglichen Vorzieheffekten im Zusammenhang mit der US-Handelspolitik". Vor allem die exportorientierte chemisch-pharmazeutische Industrie sei stark gewachsen. TatsÀchlich schnellten die Pharmaexporte im MÀrz zum Vormonat um gut ein Drittel in die Höhe und brachen dann im April wieder um fast ein Viertel ein.

Aber auch der Dienstleistungssektor habe im Startquartal breit abgestĂŒtzt zugelegt, betont das Seco. Und die Binnennachfrage habe sich ebenfalls positiv entwickelt. RĂŒcklĂ€ufig sei die Wertschöpfung allerdings im Gastgewerbe gewesen - dies aber nach einem starken Vorquartal.

Gegenbewegung beim Außenhandel

Das Seco will nun trotz des fulminanten Starts ins 2025 keine Konjunkturwende ausrufen. "Die Entwicklung dĂŒrfte sich nicht im gleichen Stil fortsetzen", so Kemeny.

"Wir sehen im Außenhandel eine deutliche Gegenbewegung", so die Seco-Expertin. Und auch beim Index der wöchentlichen WirtschaftsaktivitĂ€t zeige sich eine AbschwĂ€chung nach dem guten Jahresstart. Einen eigentlichen Konjunktureinbruch habe es da im zweiten Quartal bislang aber auch nicht gegeben, hĂ€lt sie fest.

Die meisten Ökonomen erwarten, dass sich die Zollandrohungen und die tatsĂ€chlich verhĂ€ngten Zölle von US-PrĂ€sident Trump im Jahresverlauf noch negativ auf das Wachstum auswirken könnten - global und in der Schweiz. Denn viele Unternehmen schieben deswegen Investitionen auf die lange Bank.

FrĂŒhindikator gibt weiter nach

Und dies spĂŒrt etwa die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. Das Seco schreibt den auch von einer weiter rĂŒcklĂ€ufigen Wertschöpfung in "typischerweise exportorientierteren Industriebranchen" im ersten Quartal.

Und die Aussichten haben sich nun nochmals verschlechtert. So ist der Einkaufsmanagerindex (PMI), der als wichtiger FrĂŒhindikator gilt, im Mai auf den tiefsten Stand seit Dezember 2023 gefallen.

Konkret fiel der Wert fĂŒr die Industrie auf 42,1 Punkte. Bei Werten unter 50 Punkten gehen die befragten Unternehmen insgesamt von einer schrumpfenden wirtschaftlichen AktivitĂ€t aus.

"Der krĂ€ftige BIP-Zuwachs im Startquartal sollte also nicht als Auftakt einer deutlichen konjunkturellen Belebung verstanden werden", fasst VP-Bank-Ökonom Thomas Gitzel zusammen. Wie viele Vertreter seiner Zunft erachtet er ein BIP-Wachstum von rund 1 Prozent im Gesamtjahr weiterhin als realistisch.

Somit kÀme das Wachstum im Rahmen des Vorjahres zu liegen. Denn bereinigt lag dieses 2024 laut den neusten Seco-Zahlen bei 1,0 Prozent statt wie bisher angenommen bei 0,9 Prozent. Das ist aber immer noch ein deutlich unterdurchschnittlicher Wert. Im langjÀhrigen Mittel liegt das Wachstum bei rund 1,7 Prozent.

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