SPD will Handwerk stÀrken
Veröffentlicht am: 04.09.2024 um 06:14 Uhr | dpa.deDer Wirtschaftspolitiker und Handwerksbeauftragte Hannes Walter sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir mĂŒssen die Zukunft des Handwerks sichern gegen die massive Personalnot. Es muss attraktiver werden, sich fĂŒr eine Ausbildung im Handwerk und fĂŒr den Beruf zu entscheiden." Ein Papier zum Handwerk soll bei der SPD-Fraktionsklausur an diesem Donnerstag und Freitag im brandenburgischen Nauen verabschiedet werden.
Bedarf fĂŒr mehr Handwerker
Darin heiĂt es, der Bedarf an handwerklichen Dienstleistungen werde auch in Zukunft hoch sein. Ohne Handwerker wĂ€re der Umbau hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft nicht möglich. Verwiesen wird zum Beispiel auf den Einbau von WĂ€rmepumpen und die Installation von Solaranlagen. Viele Handwerksbetriebe stĂŒnden allerdings vor groĂen Herausforderungen. Weil AusbildungsplĂ€tze unbesetzt blieben, fehle es in vielen Betrieben an NachwuchskrĂ€ften. Auch die Suche nach erfahrenen FachkrĂ€ften gestalte sich oft schwierig. Ăltere Firmeninhaber fĂ€nden hĂ€ufig keine Nachfolger fĂŒr ihre Unternehmen. Dazu gebe es viel BĂŒrokratie.
Welche MaĂnahmen die SPD will
Es sollten gezielt auslĂ€ndische FachkrĂ€ften angeworben und integriert und auch auf mehr Frauen in Handwerksberufen gesetzt werden, so Walter. Vor allem selbstĂ€ndige Handwerkerinnen brĂ€uchten dafĂŒr finanzielle Absicherung und bessere Rahmenbedingungen bei einer Schwangerschaft. BetriebsĂŒbernahmen und NeugrĂŒndungen mĂŒssten leichter zu stemmen sein. Mit Praxis-Checks sollte auch im Handwerk unnötige BĂŒrokratie identifiziert werden.
Begleitetes Fahren ab 16 Jahren
Weiter heiĂt es in dem Papier, die MobilitĂ€t der Auszubildenden im Handwerk solle vor allem auf dem Land verbessert werden. Dazu wĂ€re auch die EinfĂŒhrung des begleiteten Fahrens ab 16 Jahren ein geeignetes Instrument. "Wir wollen uns deshalb auf europĂ€ischer Ebene weiterhin fĂŒr eine entsprechende Möglichkeit innerhalb der FĂŒhrerscheinrichtlinie einsetzen."
Die Ampel aus SPD, GrĂŒne und FDP wollte begleitetes Fahren ab 16 statt wie bisher mit 17 Jahren ermöglichen und hatte das Vorhaben in ihren Koalitionsvertrag geschrieben. Die Umsetzung der PlĂ€ne lasse das europĂ€ische Recht aber derzeit nicht zu, teilte das Bundesverkehrsministerium im FrĂŒhjahr mit.
