SPD droht in Mindestlohn-Diskussion mit gesetzlicher Regelung
23.04.2025 - 06:29:29"Ich gehe davon aus, dass diese Kommission tatsĂ€chlich zu diesem Ergebnis (von 15 Euro) kommt", sagte SPD-GeneralsekretĂ€r Matthias Miersch im Podcast "Table.Briefings". Auch der als Kanzler vorgesehene CDU-Chef Friedrich Merz habe gesagt, er gehe davon fest aus. "Aber wir haben auch in anderen FĂ€llen schon bewiesen, dass wir, wenn diese Kommission beispielsweise nicht dementsprechend handelt, dass wir dann gesetzgeberisch tĂ€tig werden können", fĂŒgte Miersch hinzu.
Damit spielte er auf das Jahr 2022 an, als die damalige Ampel-Regierung aus SPD, GrĂŒnen und FDP den Mindestlohn auĂerplanmĂ€Ăig zum 1. Oktober 2022 auf 12 Euro erhöhte. Die Wirtschaft hielt das fĂŒr ökonomisch schĂ€dlich, und die damals oppositionelle Union schĂ€umte.
Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist daher vereinbart, dass die maĂgeblich von Arbeitgebern und Gewerkschaften besetzte Kommission unabhĂ€ngig von der Politik arbeiten soll. Dabei soll sie sich im Rahmen einer GesamtabwĂ€gung unter anderem sowohl an der Tarifentwicklung als auch an 60 Prozent des Bruttomedianlohns von VollzeitbeschĂ€ftigten orientieren. "Auf diesem Weg ist ein Mindestlohn von 15 Euro im Jahr 2026 erreichbar", heiĂt es im Koalitionsvertrag.
Allerdings darf die Kommission von ihren Kriterien abweichen, wenn "besondere ökonomische UmstĂ€nde" vorliegen. Und die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer Krise. Daher haben einige Unionspolitiker Zweifel geĂ€uĂert, dass 15 Euro schon 2026 erreichbar sind.

