Industrie, Wirtschaftskrise

Wirtschaftsverbände an Merz: Stimmung ist gekippt

24.09.2025 - 13:39:11

Die Spitzen der deutschen Wirtschaftsverbände erwarten von der Bundesregierung rasche Reformen des Sozialstaats und einen Kurswechsel hin zu einer wirtschaftsfreundlicheren Politik.

"Die Stimmung ist gekippt und die Enttäuschung spürbar", sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, dem "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe). Die ausgebliebene Stromsteuersenkung für alle Betriebe wirke nach.

Es reiche nicht mehr, im Allgemeinen zu bleiben, so Dittrich. "Es geht jetzt um konkrete Entlastungen, die schnell umsetzbar sind." Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am Morgen in der Generaldebatte des Bundestags Verständnis dafür gezeigt, dass die Unternehmen sich um Zukunftsaussichten und Arbeitsplätze sorgen. "Deshalb müssen wir handeln, wir müssen es schnell tun", sagte der CDU-Chef. Ohne "echte" Reformen lasse sich der Sozialstaat nicht aufrechterhalten. Am Montag hatte der Kanzler die vier Wirtschaftsverbände BDA, BDI, DIHK und ZDH zum Gespräch empfangen. "Aus dem Gespräch mit dem Bundeskanzler nehme ich einen klaren Reformwillen mit", sagte BDA-Präsident Rainer Dulger dem "Handelsblatt". Aber jetzt müsse die Koalition diesen Schwung aufnehmen und zügig handeln. "Sozialreformen und die Modernisierung des Staates dulden keinen Aufschub." Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Oliver Zander, beklagte, dass die Wirtschaftskrise immer weiter gehe und die Metall- und Elektroindustrie seit 2019 schon 250.000 Arbeitsplätze verloren habe. "Der Standort Deutschland ist nicht mehr wettbewerbsfähig", sagte Zander dem "Handelsblatt" und verband das mit einer Warnung an die Politik: "Ohne eine stabile Wirtschaft gibt es keine stabile Regierung."

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Geschäftsklima in Chemieindustrie leicht verbessert Die Stimmung in der deutschen Chemieindustrie hat sich im Januar leicht verbessert. (Wirtschaft, 02.02.2026 - 07:38) weiterlesen...

IfW-Präsident fordert Rüstungszaren für Bundeskanzleramt Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft Kiel (IfW), Moritz Schularick, verlangt nach mehr Koordination der deutschen Wirtschafts-, Verteidigungs- und Außenpolitik durch das Bundeskanzleramt."Wir brauchen einen deutschen `Rüstungszaren`: jemand, der koordiniert, Prioritäten setzt und Kapazitäten plant", sagte Schularick der "Welt am Sonntag". (Wirtschaft, 31.01.2026 - 11:15) weiterlesen...

Ifo: Auftragslage der Unternehmen entspannt sich nur geringfügig Die Auftragslage von Unternehmen in Deutschland bleibt weiterhin angespannt.Etwa ein Drittel der Unternehmen bekommt laut Ifo-Institut zu wenig Aufträge. (Wirtschaft, 29.01.2026 - 07:45) weiterlesen...

Das Autoland Deutschland in Zahlen. Eine Annäherung in Zahlen. «Leitindustrie», «heilig's Blechle» und «ich geb' Gas, ich will Spaß»: Die Beziehung der Deutschen zum Auto und dessen Bedeutung für die Wirtschaft ist legendär. (Wirtschaft, 29.01.2026 - 04:00) weiterlesen...

Wo die deutsche Autoindustrie steht und wie es weitergeht. Zwei Experten wagen einen Blick in die Zukunft. Krise trotz Milliardengewinnen? Die deutsche Autoindustrie steckt 140 Jahre nach der Patentanmeldung von Carl Benz mitten in der Transformation. (Wirtschaft, 29.01.2026 - 04:00) weiterlesen...

Ifo-Institut: Stellenabbau verlangsamt sich Die Unternehmen in Deutschland planen seltener, Stellen abzubauen.Das Ifo-Beschäftigungsbarometer stieg im Januar auf 93,4 Punkte, nach 91,9 Punkten im Dezember. (Wirtschaft, 28.01.2026 - 07:45) weiterlesen...