Energie, Immobilien

Bas und Tschentscher rĂŒgen Regierung fĂŒr Verzögerung bei GEG-Gesetz

22.06.2023 - 18:56:33

Die Spitzen von Bundestag und Bundesrat haben deutliche Kritik am Zustandekommen des GebĂ€udeenergiegesetzes (GEG) geĂ€ußert.

Sie "bedaure sehr", dass die Bundesregierung solange fĂŒr die Diskussion zum GEG gebraucht habe, sagte BundestagsprĂ€sidentin BĂ€rbel Bas (SPD) der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagsausgabe). "Es ist Ă€rgerlich, dass es so lange gedauert hat, bis das GEG den Deutschen Bundestag erreicht hat", so die SPD-Politikerin.

BundesratsprĂ€sidenten Peter Tschentscher (SPD), der auch Hamburgs Erster BĂŒrgermeister ist, sagte, der "entscheidende Akteur" fĂŒr das GEG sei der Bundestag. "Die Bundesregierung kann das nicht einfach verordnen." Es gebe "checks and balances". Tschentscher fĂŒgte hinzu: "Zugegeben, es ist diesmal nicht elegant gelaufen. Das System hat ein bisschen geknirscht, aber nicht, weil es morsch ist, sondern weil die Belastung hoch ist." Bas sagte: "Es sollte vielleicht nicht so oft ruckeln." Die ParlamentsprĂ€sidentin Ă€ußerte die Sorge, dass jetzt zwar bei der weiteren Ausformulierung des Gesetzes fĂŒr ausreichend soziale Absicherung gesorgt werde, "dass das aber niemand mehr bemerkt". Damit diese "Gefahr" abgewendet werde, brauchten die Abgeordneten ausreichend Gelegenheit, das Vorhaben zu erklĂ€ren. Die Ampelkoalition will das GEG noch vor der parlamentarischen Sommerpause verabschieden. Tschentscher sagte, eine Befassung des Bundesrates vor der Sommerpause wĂ€re nur mit verkĂŒrzten Beratungsfristen möglich. Zudem lobte Bas das von der Ampel beschlossene neue Wahlrecht. Sie gestand ein, dass die Abschaffung der Grundmandatsklausel "kurzfristig" hinzugekommen sei. Es sei "schade, dass das eigentliche Anliegen, die Verkleinerung des Bundestages auf 630 Abgeordnete, aus dem Blick" geraten sei. Sie sprach sich fĂŒr ParitĂ€t, also eine gleichmĂ€ĂŸige Besetzung des Bundestages mit MĂ€nnern und Frauen, aus. "Wir brauchen sie, weil wir seit vielen Jahren bei etwa 34 Prozent Frauenanteil verharren." Bas sagte, es werde "sicher" noch einen Vorschlag dazu geben. Sie rechne jedoch nicht mit einem gemeinsamen Vorschlag der Regierung.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de