EU-Herbstgipfel, Eskalation

EU-Herbstgipfel droht Eskalation im Haushaltsstreit

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 05:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-LĂ€nder kommen an diesem Donnerstag (10.00 Uhr) in BrĂŒssel zu ihrem Herbstgipfel zusammen.

Bei dem zweitĂ€gigen Spitzentreffen soll es einmal mehr um die weitere UnterstĂŒtzung der von Russland angegriffenen Ukraine sowie um die schwierigen Handelsbeziehungen zu China und Maßnahmen zur StĂ€rkung der WettbewerbsfĂ€higkeit gehen. Zudem werden Ă€ußerst schwierige Beratungen ĂŒber den nĂ€chsten langfristigen EU-Haushalt erwartet.

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj ist am Freitagvormittag als Gast zu den GesprĂ€chen eingeladen. Am Donnerstagabend stehen zuvor Beratungen ĂŒber den EU-Erweiterungsprozess an. Neben der Ukraine und dem kleinen Nachbarland Moldau hoffen derzeit vor allem Westbalkanstaaten wie Montenegro und Albanien auf eine möglichst schnelle Aufnahme in die EU.

Eskaliert der Haushaltsstreit?

Beim Thema EU-Finanzen hatte sich der Streit unter den EU-Staaten zuletzt am vergangenen Wochenende weiter zugespitzt. Bundeskanzler Friedrich Merz wies dabei ein neues Konzept der aktuellen irischen RatsprĂ€sidentschaft bereits wenige Stunden nach der Veröffentlichung als inakzeptabel zurĂŒck.

Dieses sieht vor, den nĂ€chsten Etat gegenĂŒber dem ursprĂŒnglichen Vorschlag der EU-Kommission um rund 159 Milliarden Euro auf insgesamt rund 1,826 Billionen Euro fĂŒr den Siebenjahreszeitraum von 2028 bis 2034 zu kĂŒrzen.

Deutschland fordert deutlich stĂ€rkere KĂŒrzungen

Deutschland und weitere wichtige NettozahlerlĂ€nder wie die Niederlande, Schweden und Österreich hatten zuvor eine KĂŒrzung des Haushaltsentwurfs um mehrere Hundert Milliarden Euro gefordert. Sie gehören zu den Staaten, die unter dem Strich mehr in den EU-Haushalt einzahlen, als sie zurĂŒckerhalten.

Auch die Verteilung der vorgeschlagenen KĂŒrzungen entspricht nicht den Vorstellungen der Bundesregierung unter CDU-Chef Merz. Besonders stark reduziert wĂŒrden gegenĂŒber dem Kommissionsvorschlag jene Töpfe, aus denen kĂŒnftig eigentlich mehr Geld fĂŒr WettbewerbsfĂ€higkeit, Forschung, Verteidigung sowie Außen- und Entwicklungspolitik fließen sollte.

Einigung bis Ende 2026 fraglich

Die traditionellen großen Haushaltsposten Agrar- und KohĂ€sionspolitik wĂŒrden dagegen weitgehend geschont. Mit der KohĂ€sionspolitik sollen wirtschaftliche und soziale Unterschiede zwischen den verschiedenen Regionen Europas verringert werden. Sie kommt insbesondere wirtschaftlich schwĂ€cheren Regionen zugute.

Eine VerstĂ€ndigung ĂŒber den nĂ€chsten langfristigen EU-Haushaltsplan soll eigentlich bis Ende des Jahres erzielt werden. Ob das neue Konzept als Basis fĂŒr einen Durchbruch dienen kann, ist nun allerdings fraglich.

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