Thyssenkrupp, Steel

Thyssenkrupp Steel will KapazitÀten verringern

11.04.2024 - 23:45:20

Die Stahlsparte von Thyssenkrupp steht vor einem massiven Umbau. Das Unternehmen plant einen deutlichen Abbau von ProduktionskapazitÀten. Dabei werden auch ArbeitsplÀtze wegfallen.

Deutschlands grĂ¶ĂŸter Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel will seine ProduktionskapazitĂ€ten in Duisburg deutlich reduzieren. Damit werde «auch ein noch nicht bezifferbarer Abbau von ArbeitsplĂ€tzen verbunden sein», teilte die Stahlsparte des Industriekonzerns in Duisburg mit. Dieser werde auch nachgelagerte Weiterverarbeitungsstufen sowie die Verwaltungs- und Dienstleistungsbereiche betreffen.

In der Sparte arbeiten derzeit rund 27.000 Menschen, davon 13.000 in Duisburg. Bis Ende MĂ€rz 2026 gilt eine BeschĂ€ftigungsgarantie. «Es ist das erklĂ€rte Ziel, betriebsbedingte KĂŒndigungen auch weiterhin zu vermeiden», hieß es in der Mitteilung.

«Die vorgesehenen Maßnahmen sind zum Erhalt der WettbewerbsfĂ€higkeit zwingend notwendig, um die Stahlproduktion am Standort Duisburg in eine gesicherte Zukunft zu fĂŒhren», erklĂ€rte das Unternehmen. Auch wĂŒrden damit hochwertige ArbeitsplĂ€tze langfristig abgesichert und die Grundversorgung mit Stahl fĂŒr die industrielle Wertschöpfung in Deutschland widerstandsfĂ€hig aufgestellt. «Tiefgreifende Optimierungen im Produktionsverbund sollen WettbewerbsfĂ€higkeit und ProfitabilitĂ€t signifikant steigern.»

Mittel- und langfristig strukturelle VerÀnderungen

Ziel sei es, Thyssenkrupp Steel unter anhaltend herausfordernden Marktbedingungen zukunftsfÀhig aufzustellen. Kern der Neuaufstellung werde eine Reduzierung der installierten ProduktionskapazitÀten auf etwa 9 bis 9,5 Millionen Tonnen pro Jahr sein. Dies entspreche etwa dem Niveau der vergangenen drei Jahre. «Die heutige ProduktionskapazitÀt ist dagegen auf rund 11,5 Millionen Tonnen ausgelegt.» In den 11,5 Millionen Tonnen sind auch die vom Duisburger Unternehmen HKM produzierten Stahlmengen enthalten, an dem Thyssenkrupp Steel zu 50 Prozent beteiligt ist.

Mit der geplanten Neuaufstellung reagiere man einerseits auf die anhaltend schwache Konjunktur, vor allem aber auf mittel- und langfristig strukturelle VerĂ€nderungen auf dem europĂ€ischen Stahlmarkt und in entscheidenden Kunden- und ZielmĂ€rkten. Dazu gehörten vor allem in Deutschland die hohen und durch klimapolitische Zielsetzungen weiter steigenden Energiekosten sowie ein ungebremst steigender Importdruck, ĂŒberwiegend aus Asien.

Die PlĂ€ne der Neuaufstellung wĂŒrden nun weiter konkretisiert. Anschließend will das Unternehmen sie mit der Mitbestimmung sowie den zustĂ€ndigen Gremien des Stahlbereichs beraten.

Das Unternehmen betonte, dass am Umbau der Produktion in Richtung klimaneutrale Stahlerzeugung festgehalten wird. «Der Bau der ersten Direktreduktionsanlage am Standort Duisburg wird weiter wie geplant umgesetzt, mit UnterstĂŒtzung durch die dafĂŒr von Bund und Land freigegebenen Fördermittel.» Auch die Zielsetzung, bis spĂ€testens 2045 vollstĂ€ndig klimaneutral zu produzieren, bleibe uneingeschrĂ€nkt bestehen.

@ dpa.de