SPD-Chef Klingbeil fordert Gipfeltreffen zu Stahlhilfen
24.08.2025 - 16:17:04Nach einem Vorstoà mehrerer BundeslÀnder dringt auch SPD-Chef Lars Klingbeil auf ein Gipfeltreffen zur StÀrkung des Stahl-Standorts Deutschland.
"Wir als SPD wollen einen baldigen Stahl-Gipfel", sagte der Finanzminister und Vizekanzler den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir mĂŒssen mit Konzernchefs und BetriebsrĂ€ten diskutieren, wie wir die Stahlindustrie stĂ€rken können - etwa durch niedrigere Energiepreise."
DarĂŒber hinaus mĂŒsse es im Zollstreit mit den USA gelingen, beim Stahl eine vernĂŒnftige Lösung zu finden, sagte Klingbeil. "VernĂŒnftig sind niedrige Zölle oder hohe Quoten. Die Amerikaner sind auf unseren QualitĂ€tsstahl angewiesen - etwa beim Flugzeugbau."
Bovenschulte mahnt: nicht lÀnger zögern
Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte erneuerte Forderungen nach einem Branchengipfel. "Der zugesagte Stahlgipfel muss jetzt schnellstmöglich einberufen werden, um gemeinsam mit Konzernchefs und BetriebsrĂ€ten darĂŒber zu reden, wie wir die Stahlindustrie stĂ€rken können - etwa durch niedrigere Energiepreise", betonte der SPD-Politiker.
Das sei fĂŒr die deutschen Stahlstandorte existenziell. "Wer jetzt weiter zögert, gefĂ€hrdet Tausende ArbeitsplĂ€tze und die Zukunft des Industriestandortes Deutschland", mahnte Bovenschulte. Kanzler Friedrich Merz (CDU) dĂŒrfe nach dem "Zoll-Desaster fĂŒr die deutsche Stahlindustrie" nicht lĂ€nger zögern.
Anfang Juli hatten die stahlproduzierenden BundeslĂ€nder Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und das Saarland in einem Antrag im Bundesrat bereits fĂŒr einen Stahlgipfel geworben.
Nach den Worten von Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter ist die Stahlindustrie dringend auf politische UnterstĂŒtzung angewiesen. Sie sei ein HerzstĂŒck der industriellen Wertschöpfung und Garant fĂŒr tausende gute ArbeitsplĂ€tze, sagte der SPD-Politiker. "Wenn wir jetzt gemeinsam handeln, können wir die ZukunftsfĂ€higkeit der Stahlproduktion in Deutschland sichern." Ein Branchengipfel sei deshalb das richtige Signal.
Weniger Stahl hergestellt
Wegen harter Konkurrenz aus dem Ausland vor allem aus Asien, hoher Energiepreise und der KonjunkturschwĂ€che hatte die deutsche Stahlbranche zuletzt deutlich weniger Stahl hergestellt. Die Rohstahlproduktion im Inland ging nach Angaben der Vereinigung Stahl im ersten halben Jahr um knapp 12 Prozent auf 17,1 Millionen Tonnen zurĂŒck.
Hohe US-Zölle
Anfang Juni hatte US-PrĂ€sident Donald Trump die Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte auf 50 Prozent hochgeschraubt - zuvor waren es noch 25 Prozent. Zudem werden Hunderte zusĂ€tzliche Produkte mit Stahl- und Aluminiumzöllen belegt. Unter den 407 Warenkategorien finden sich unter anderem MotorrĂ€der und Mopeds, TĂŒr- und Fensterrahmen, Sportequipment, Kranfahrzeuge und Eisenbahnwaggons.
Diese Zölle sind nicht Teil der Vereinbarung zwischen den USA und der EuropĂ€ischen Union. Trump hatte fĂŒr Stahlimporte noch höhere Raten in Aussicht gestellt, um Unternehmen dazu zu motivieren, in den Vereinigten Staaten zu produzieren.

