Post-Warnstreiks: Jeder zehnte Brief bleibt vorerst liegen
06.02.2025 - 12:41:12Die Warnstreiks bei der Deutschen Post gewinnen an SchĂ€rfe. Nachdem Verdi fĂŒr Donnerstag zu Arbeitsniederlegungen in der Zustellung aufgerufen hatte, teilte der Bonner Logistiker mit, dass streikbedingt bundesweit etwa zehn Prozent der Briefsendungen vorerst liegengeblieben seien. Sie sollen in den nĂ€chsten Tagen zugestellt werden.Â
Seit vergangener Woche war es bereits der sechste Warnstreik-Tag. An den vorangegangenen Ausstand-Tagen hatte das Unternehmen berichtet, dass nur eine niedrige einstellige Prozentzahl der Sendungen betroffen sei. Hierbei geht es um den bundesweiten Schnitt. Es werden aber nicht alle Standorte bestreikt - dort, wo BeschĂ€ftigte ihre Arbeit niedergelegt haben, war der Anteil liegengebliebener Sendungen deutlich höher.Â
Neben der Briefzustellung geht es auch um die Paketauslieferung. Hierbei sieht die Post Auswirkungen weiterhin im niedrigen einstelligen Prozentbereich.Â
PrioritĂ€t fĂŒr WahlsendungenÂ
Nach Angaben der Post und der Gewerkschaft folgten am Donnerstag etwa 6.500 Zustellerinnen und Zusteller dem Streikaufruf. Bundesweit hat die Post in diesem Segment 115.500 BeschĂ€ftigte. Es wurde nur an einem Teil der ZustellstĂŒtzpunkte gestreikt, diese waren querbeet verteilt im gesamten Bundesgebiet.Â
Haben die Warnstreiks negative Folgen fĂŒr die Bundestags-Briefwahl? Man behandele Wahlsendungen mit PrioritĂ€t, sagt eine Post-Sprecherin. «Wir sind bemĂŒht, Verzögerungen fĂŒr WĂ€hlerinnen und WĂ€hler beziehungsweise Kundinnen und Kunden so gering wie möglich zu halten.»Â
Verdi pocht auf mehr Geld und mehr Urlaub
In dem Tarifkonflikt fordert Verdi eine Entgelterhöhung von sieben Prozent sowie drei Extra-Urlaubstage, damit sich die BeschĂ€ftigten von der gestiegenen Arbeitsbelastung erholen können. Verdi-Mitglieder sollen sogar vier zusĂ€tzliche Urlaubstage bekommen.Â
Die Post hĂ€lt die Forderungen fĂŒr wirtschaftlich nicht darstellbar. Das Management verweist auf den hohen Investitionsbedarf und die sinkenden Briefmengen im Digitalzeitalter, wodurch die Firma perspektivisch weniger Geld in die Kasse bekommt. Der Spielraum fĂŒr Lohnerhöhungen ist nach Darstellungen des Bonner Logistikers DHL, zu dem die Deutsche Post gehört, sehr gering. Die Tarifverhandlungen sollen am nĂ€chsten Mittwoch (12. Januar) fortgesetzt werden.


