EZB-Vize: Inflation könnte schneller zurĂŒckgehen
31.01.2024 - 13:56:45In jĂŒngster Zeit habe es bei der Inflation "eher positive Ăberraschungen" gegeben, sagte de Guindos der Wochenzeitung "Die Zeit" in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview auf die Frage, wann der EZB-Zielwert von zwei Prozent erreicht sein werde: "Meine persönliche EinschĂ€tzung ist, dass sie etwas niedriger ausfĂ€llt als zuletzt von uns prognostiziert."
Im Dezember hatte die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) fĂŒr das laufende Jahr eine Teuerungsrate von 2,7 Prozent prognostiziert. FĂŒr 2025 rechnete die Notenbank seinerzeit mit einer Rate von 2,1 Prozent. Die nĂ€chste Prognose veröffentlicht die EZB im MĂ€rz.
Die EZB strebt fĂŒr den WĂ€hrungsraum der 20 LĂ€nder mittelfristig ein stabiles Preisniveau bei einer jĂ€hrlichen Teuerungsrate von 2 Prozent an. Ein schnellerer RĂŒckgang der Inflation könnte SpielrĂ€ume fĂŒr Zinssenkungen eröffnen.
Um die zwischenzeitlich sehr hohe Teuerung zu dĂ€mpfen, setzten die Euro-WĂ€hrungshĂŒter seit Sommer 2022 zehnmal in Folge die Leitzinsen nach oben. Höhere Zinsen verteuern Kredite, was die Nachfrage bremsen und hohen Teuerungsraten entgegenwirken kann. Teurere Kredite sind aber zugleich eine Last fĂŒr die Wirtschaft, weil sich kreditfinanzierte Investitionen verteuern.
Aussichten fĂŒr Konjunktur trĂŒben sich ein
Die Aussichten fĂŒr die Wirtschaft im Euroraum haben sich nach EinschĂ€tzung von de Guindos seit der Dezember-Prognose der Notenbank verschlechtert. "Einige Prognoserisiken, die wir benannt hatten, sind nĂ€mlich eingetreten: Der Welthandel hat an Schwung verloren, die geopolitischen Unsicherheiten sind gröĂer geworden, und unsere Zinserhöhungen schlagen stark und schneller als erwartet auf die Wirtschaft durch", sagte der EZB-VizeprĂ€sident. "Daher könnte das Wachstum in der Eurozone sogar etwas unter den 0,8 Prozent liegen." Im Dezember hatte die EZB fĂŒr das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum in diesem Umfang vorhergesagt.

