ROUNDUP, Milliardenhilfe

Neue Milliardenhilfe fĂŒr Wiederaufbau der Ukraine

10.07.2025 - 13:46:53

Die Ukraine kann beim Wiederaufbau des schwer vom Krieg gezeichneten Landes mit weiteren Milliardenhilfen aus dem Westen rechnen.

Auf einer internationalen Konferenz in Rom wurde ein neuer europĂ€ischer Fonds zur Beseitigung der KriegsschĂ€den auf den Weg gebracht, an dem sich die Privatwirtschaft beteiligen soll. Das Geld soll insbesondere in die Reparatur und den Neubau von Energieanlagen fließen, aber auch in Industriebetriebe und digitale Rechenzentren.

Die Ukraine befindet sich schon seit mehr als drei Jahren im Krieg gegen den Angreifer Russland, ohne dass ein Ende abzusehen ist. Der neue Fonds umfasst nach Angaben aus Berlin zunĂ€chst eine Milliarde Euro. Nach offiziellen Angaben wurden im Rahmen von bislang vier Wiederaufbau-Konferenzen mehr als 16 Milliarden Euro mobilisiert. Die Gesamtkosten fĂŒr den Wiederaufbau werden von der Weltbank auf mehr als 500 Milliarden Euro geschĂ€tzt.

Wieder Angriffe mit mehr als 400 Drohnen und Raketen

An dem zweitĂ€gigen Treffen in Rom sind etwa 60 LĂ€nder und darĂŒber hinaus internationale Organisationen und private Unternehmen beteiligt. Parallel dazu steht am Donnerstagnachmittag eine Videoschalte der militĂ€rischen "Koalition der Willigen" auf dem Programm, die von Frankreich und Großbritannien gefĂŒhrt wird.

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj warb dafĂŒr, zusĂ€tzlich zur MilitĂ€rhilfe eine "Koalition zum Wiederaufbau" zu bilden. "Die Ukraine braucht Investitionen. Alles, was wir zum Schutz der Ukraine bauen, schĂŒtzt auch Sie." Vorbild soll der Marshall-Plan sein, mit dem die USA nach dem Zweiten Weltkrieg Europa halfen. Dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin warf er vor, sein Land mit "reinem Terror" zu ĂŒberziehen. "Putin hat nur zwei VerbĂŒndete: Terror und den Winter."

Merz versichert "unerschĂŒtterliche" UnterstĂŒtzung

Bundeskanzler Friedrich Merz versicherte Selenskyj weitere deutsche Hilfe: "Unsere UnterstĂŒtzung fĂŒr ihr Land ist unerschĂŒtterlich." Zugleich appellierte Merz an US-PrĂ€sident Donald Trump, Europa nicht im Stich zu lassen. "Bleiben Sie bei uns, und bleiben Sie bei den EuropĂ€ern. Wir stehen auf derselben Seite." Trump lĂ€sst immer wieder Zweifel an der US-UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine aufkommen, auch wenn er Putin zuletzt vorwarf, "Bullshit" zu reden.

In der Videoschalte am Nachmittag soll es insbesondere um eine StĂ€rkung der ukrainischen Luftabwehr gehen. Trump hat angekĂŒndigt, die WĂŒnsche aus Kiew nach einem zusĂ€tzlichen Flugabwehrsystem vom Typ Patriot prĂŒfen zu wollen. Im GesprĂ€ch ist auch, dass Deutschland den USA zwei Patriot-Systeme abkauft und in die Ukraine liefert.

EU bereitet neues Paket an Strafmaßnahmen gegen Moskau vor

Die EU will zudem ĂŒber Sanktionen den Druck auf Russland erhöhen, an den Verhandlungstisch zu kommen. Derzeit ist ein weiteres Paket an Strafmaßnahmen in Vorbereitung - das 18. bereits. Am Mittwoch hatte Papst Leo XIV. bei einem Treffen mit Selenskyj angeboten, dass FriedensgesprĂ€che im Vatikan stattfinden könnten. Allerdings gibt es bislang keinerlei Hinweise darauf, dass dies in absehbarer Zeit geschehen könnte.

Deutschland hat der Ukraine seit Kriegsbeginn im Februar 2022 direkte zivile UnterstĂŒtzung von etwa 34 Milliarden Euro und etwa 38 Milliarden Euro militĂ€rische UnterstĂŒtzung zur VerfĂŒgung gestellt. Hinzu kommt der deutsche Anteil an Hilfen der EuropĂ€ischen Union.

Neue russische Angriffe in der Nacht

Nach ukrainischen Angaben flog die russische Armee in der Nacht wieder massive Angriffe mit etwa 400 Drohnen und mehr als einem Dutzend Raketen, vor allem auf die Hauptstadt Kiew und Umgebung. Dabei seien mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Ein dpa-Reporter berichtete aus Kiew von mehreren Angriffswellen. Im Zentrum der Drei-Millionen-Stadt war heftiges Flugabwehrfeuer zu hören.

Im russischen Grenzgebiet Belgorod wurde nach Angaben der russischen Behörden eine Frau durch ukrainischen Beschuss getötet. Die Ukraine greift als Teil ihres Abwehrkampfes auch Ziele in Russland an. Dabei gibt es immer wieder Tote und Verletzte. Die Opfer und SchÀden stehen in keinem VerhÀltnis zu den verheerenden Folgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine.

@ dpa.de