McKinsey: Europas Autobauer brauchen neue China-Strategie
30.08.2023 - 13:05:01Die europÀische Autoindustrie braucht nach EinschÀtzung der Unternehmensberatung McKinsey eine neue China-Strategie. Auf dem wichtigsten Automarkt der Welt hÀtten europÀische Hersteller seit 2019 rund 5 Prozentpunkte Marktanteil verloren, bei E-Autos hÀtten neue Wettbewerber weltweit 51 Prozent Marktanteil.
«Eine stÀrkere Anpassung an den chinesischen Kundengeschmack mit einem starken Fokus auf die neueste Technologie, KonnektivitÀt, Fahrassistenzsysteme und Unterhaltungselektronik» könne die Erosion in China stoppen, schrieben die Branchenexperten in einer Studie.
Chinesische Hersteller mit Kostenvorteilen
Notwendig sei auch mehr Forschung und Entwicklung in China. WĂ€hrend europĂ€ische Hersteller vier Jahre vom Konzept zur Pilotphase eines Autos brauchen, schaffen es die besten chinesischen Hersteller in zwei Jahren. Höchstens 20 Prozent der Belegschaft in der europĂ€ischen Autoindustrie hĂ€tten Software-Kenntnisse, «bei den Herausforderern aus USA und China liegt der Anteil bei 45 Prozent», heiĂt es in der Studie. Chinesische Hersteller hĂ€tten bei E-Autos einen Kostenvorteil von 20 bis 30 Prozent. Die Energiekosten fĂŒr die europĂ€ische Autoindustrie seien zwei- bis dreimal höher als in China und den USA.
Die europĂ€ische Autoindustrie «kann jedoch immer noch aus einer Position der StĂ€rke heraus agieren», sagte McKinsey-Branchenexperte Andreas Cornet. Sie erwirtschafte dreimal so viel Umsatz wie die chinesischen Autobauer, punkte mit KundenverstĂ€ndnis, Design und Marken, beschĂ€ftige 14 Millionen Menschen und sei mit 30 Prozent sĂ€mtlicher Forschungs- und Entwicklungsausgaben in der EU ein Innovationstreiber. Bis 2030 haben europĂ€ische Hersteller mehr als 150 neue E-Modelle angekĂŒndigt.
Bei Batterien sei die AbhĂ€ngigkeit von China jedoch groĂ: «90 Prozent der KapazitĂ€ten zum Raffinieren von Lithium liegen in China, mehr als 70 Prozent der Zellen werden in China gefertigt.» Bis 2030 drohe eine riesige LĂŒcke bei Batterien, «Europa könnten 500 GWh an lokaler KapazitĂ€t fehlen», schreiben die Berater. Europa brauche 20 zusĂ€tzliche Batteriefabriken fĂŒr 35 Milliarden Euro. Auch bei Halbleitern sei die Versorgung nicht gesichert. «37 neue Werke mit einem Investitionsvolumen von 190 Milliarden Euro könnten das Risiko mindern.» Um bei Fahrassistenzsystemen und autonomem Fahren vorne mit dabei zu sein, sollten europĂ€ische Konzerne bei der Datennutzung und der Definition technischer Standards mehr zusammenarbeiten.


