Fed, Hochzinspolitik

Fed dĂŒrfte an Hochzinspolitik festhalten

12.06.2024 - 05:50:00

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wird an diesem Mittwoch (20.00 Uhr MESZ) ihre Entscheidung zum weiteren Kurs der Geldpolitik bekanntgeben.

Analysten gehen davon aus, dass die Fed ihren Leitzins weiter stabil auf hohem Niveau in einer Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent halten wird - höher lag der Zinssatz, zu dem sich GeschĂ€ftsbanken Geld von der Zentralbank leihen, zuletzt vor mehr als 20 Jahren. Es wĂ€re das siebte Mal in Folge, dass die Fed nicht an der Zinsschraube dreht. Mit Spannung werden außerdem ihre neuen Wirtschafts- und Zinsprognosen erwartet.

In den USA hat sich der Preisauftrieb zuletzt etwas abgeschwĂ€cht. Die Verbraucherpreise stiegen im April zum Vorjahresmonat um 3,4 Prozent. Im MĂ€rz hatte die Rate 3,5 Prozent betragen. Vor der Bekanntgabe der Fed-Entscheidung wird die US-Regierung die neuen Inflationsdaten fĂŒr Mai veröffentlichen. Der Markt rechnet mit einer stabilen Inflationsrate von 3,4 Prozent. Die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) hatte vergangene Woche die Zinswende eingeleitet und den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Es wird weithin damit gerechnet, dass die Fed erst in der zweiten JahreshĂ€lfte ihre Geldpolitik lockern wird.

Die Notenbank der grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaft der Welt hatte bei ihrer letzten Sitzung im Mai Hoffnungen auf rasche Zinssenkungen gedĂ€mpft und sich hinsichtlich der hartnĂ€ckigen Inflation besorgt gezeigt. Es könne "lĂ€nger als bisher angenommen" dauern, bis die Fed mehr Zuversicht gewinne, dass die hohe Inflation wirklich auf dem RĂŒckzug sei, hatte Fed-Chef Jerome Powell damals gesagt. Eigentlich hatte die US-Notenbank fĂŒr dieses Jahr drei Zinssenkungen von jeweils 0,25 Prozentpunkten vorhergesagt. Die neuen Zinsprognosen dĂŒrften zeigen, ob die Fed an diesem Plan festhalten wird.

Seit MĂ€rz 2022 hat die Notenbank ihren Leitzins im Kampf gegen die Inflation im rekordverdĂ€chtigen Tempo um mehr als fĂŒnf Prozentpunkte angehoben. Zuletzt drehte sie allerdings nicht mehr an der Zinsschraube. Die Inflationsrate - im Sommer 2022 mit mehr als 9 Prozent so hoch wie seit rund vier Jahrzehnten nicht mehr - ging seit den Zinserhöhungen deutlich zurĂŒck, die Preise steigen nun deutlich langsamer an. Dennoch scheint das 2-Prozent-Ziel der Fed aktuell außer Reichweite.

Notenbanken erhöhen die Zinsen, um die Nachfrage zu bremsen. Steigen die Zinsen, mĂŒssen Privatleute und Wirtschaft mehr fĂŒr Kredite ausgeben - oder sie leihen sich weniger Geld. Das Wachstum nimmt ab, Unternehmen können höhere Preise nicht unbegrenzt weitergeben - und idealerweise sinkt die Inflationsrate.

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