ROUNDUP, USA

USA belegen PalÀstinenserprÀsident mit Visa-Sanktionen

30.08.2025 - 09:35:04

Die US-Regierung hat PalÀstinenserprÀsident Mahmud Abbas wenige Wochen vor der UN-Vollversammlung in New York mit Visa-Sanktionen belegt.

Aus dem US-Außenministerium wurde der Deutschen Presse-Agentur bestĂ€tigt, dass Abbas und etwa 80 weitere ReprĂ€sentanten der PalĂ€stinensischen Autonomiebehörde (PA) von den Sanktionen betroffen seien. In ihren FĂ€llen werden bestehende Visa widerrufen und keine neuen mehr erteilt. In einer Mitteilung des Außenministeriums ist auch die PalĂ€stinensische Befreiungsorganisation (PLO) aufgefĂŒhrt.

Verweigertes Visum ist kein Novum

Abbas ist der Chef der PalÀstinensischen Autonomiebehörde. In der Amtszeit von Trumps VorgÀnger Joe Biden und auch wÀhrend Trumps erster PrÀsidentschaft hatte Abbas wÀhrend der Generalversammlung immer Reden vor den Vereinten Nationen halten können. Allerdings verweigerten die USA 1988 dem damaligen PLO-Chef Jassir Arafat vor der UN-Vollversammlung ein Visum. Als Reaktion darauf wurde eine Sitzung nach Genf verlegt, damit Arafat eine Rede halten konnte. 1996 wurde Arafat dann erster PalÀstinenserprÀsident.

Ausgenommen von den Visa-EinschrÀnkungen ist laut Mitteilung die offizielle Vertretung der PalÀstinensischen Autonomiebehörde (PA) bei den Vereinten Nationen. Diese hat nur einen Beobachterstatus und ist kein volles UN-Mitglied.

Wie die USA den Schritt begrĂŒnden

Bereits Ende Juli hatten die USA Visa-Sanktionen gegen die PLO und die PA verhĂ€ngt. Neu ist, dass nun auch bereits erteilte Einreisegenehmigungen eingezogen werden. Die Organisation und die Behörde mĂŒssten zunĂ€chst "Terrorismus konsequent ablehnen", ehe sie als Partner im Friedensprozess in Betracht gezogen werden könnten, begrĂŒndete das US-Außenministerium die Entscheidung.

Mit den nun verhĂ€ngten EinschrĂ€nkungen ist ein Besuch Abbas' bei den UN Ă€ußerst unwahrscheinlich geworden. Das New Yorker Hauptquartier der Vereinten Nationen befindet sich auf Territorium mit Sonderstatus, das genau genommen nicht zu den USA gehört. Da es aber ĂŒber keinen eigenen Flughafen verfĂŒgt, mĂŒssen auslĂ€ndische Delegationen zunĂ€chst US-Boden betreten, bevor sie dorthin weiterreisen. Ohne Visum ist das nicht möglich.

Die von dem 89-JĂ€hrigen gefĂŒhrte Autonomiebehörde verwaltet Teile des Westjordanlandes. Die PLO ist die offizielle Vertretung des palĂ€stinensischen Volkes auf internationaler Ebene. Die islamistische Hamas als zweitgrĂ¶ĂŸte PalĂ€stinenserorganisation gehört weder zur PLO noch zur Autonomiebehörde.

Mehrere Staaten wollen palÀstinensischen Staat anerkennen

Mehrere Staaten, darunter Frankreich, Kanada und Australien, hatten zuletzt angekĂŒndigt, bei der UN-Generalversammlung einen palĂ€stinensischen Staat anzuerkennen. Israels Regierung lehnt die Anerkennung ab und bezeichnet einen solchen Schritt als "Belohnung fĂŒr die Hamas" nach dem Massaker am 7. Oktober 2023. Bei dem Terrorangriff im SĂŒden Israels wurden etwa 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 weitere in den Gazastreifen verschleppt.

Die Vereinten Nationen hoffen, dass die USA die Einreiseverbote fĂŒr PalĂ€stinenser zur UN-Generalversammlung in New York zurĂŒcknehmen. Es sei wichtig, dass alle Mitgliedstaaten und stĂ€ndigen Beobachter reprĂ€sentiert werden, besonders weil es auf Bitten von Frankreich und Saudi-Arabien ein Treffen zu einer möglichen Zweistaatenlösung geben solle, sagte UN-Sprecher StĂ©phane Dujarric. "Wir hoffen selbstverstĂ€ndlich, dass das gelöst wird."

Israel freut sich - PA bedauert Schritt

Israels Außenminister Gideon Saar begrĂŒĂŸte den Schritt hingegen. In einem Post auf der Plattform X dankte er US-Außenminister Marco Rubio dafĂŒr, PLO und PA dafĂŒr zur Verantwortung zu ziehen, dass sie "Terrorismus und Aufwiegelung" belohnten. Saar dankte zudem US-PrĂ€sident Donald Trump und dessen Regierung fĂŒr "diesen mutigen Schritt und dafĂŒr, dass Sie Israel erneut zur Seite stehen".

Abbas' BĂŒro brachte in einer von der palĂ€stinensischen Nachrichtenagentur Wafa veröffentlichten ErklĂ€rung ihr "tiefes Bedauern und Erstaunen" ĂŒber die Entscheidung des US-Außenministeriums zum Ausdruck. Das Vorgehen verstoße gegen internationales Recht. Deshalb hoffe man, dass die Regierung in Washington diesen Schritt ĂŒberdenkt und revidiert.

@ dpa.de

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