Bericht: USA drÀngen Israel zu ZugestÀndnis bei Gaza-Verhandlungen
07.04.2024 - 11:43:16Demnach will die US-Regierung erreichen, dass eine begrenzte RĂŒckkehr von Zivilisten in den Norden des seit sechs Monaten umkĂ€mpften KĂŒstengebiets ermöglicht wird. Wie das "Wall Street Journal" am Samstag unter Berufung auf amerikanische, israelische und Ă€gyptische Beamte berichtete, wollen die USA als Israels wichtigster VerbĂŒndeter mit ihrem VorstoĂ einen Durchbruch bei den seit Wochen stockenden Verhandlungen ermöglichen. Vertreter der islamistischen Hamas wollen nach eigenen Angaben an diesem Sonntag nach Kairo reisen, um weiterzuverhandeln. Israels Kriegskabinett sollte laut israelischen Medienberichten am Sonntagmorgen zusammentreten, um zunĂ€chst darĂŒber zu beraten, ob es eine Delegation nach Kairo schickt oder nicht.
An diesem Sonntag dauert der Krieg nun schon sechs Monaten an, ohne, dass ein Ende in Sicht ist. Die von der Hamas geforderte RĂŒckkehr der palĂ€stinensischen Zivilisten in den Norden des abgeriegelten Gazastreifens sei ein entscheidender Streitpunkt bei den GesprĂ€chen ĂŒber eine Waffenruhe und Freilassung von Geiseln in der Gewalt der Hamas, berichtete das "Wall Street Journal". Israel sei bereit, die RĂŒckkehr von tĂ€glich 2000 Menschen, hauptsĂ€chlich Frauen und Kinder, in den Norden zuzulassen. Maximal 60 000 PalĂ€stinenser könnten nach einem von Israel als akzeptabel erachteten Vorschlag zurĂŒckkehren. MĂ€nner zwischen 18 und 50 Jahren wĂ€ren davon aber ausgeschlossen.
Die vor den KĂ€mpfen in den SĂŒden des KĂŒstengebiets geflohenen Menschen mĂŒssten demnach israelische MilitĂ€rkontrollpunkte passieren, um zu verhindern, dass bewaffnete Hamas-KĂ€mpfer erneut in den Norden Gazas eindringen, hieĂ es unter Berufung auf israelische und Ă€gyptische Beamte weiter. Diese Bedingungen wĂŒrden jedoch von der Hamas nicht akzeptiert. Man werde in den Verhandlungen nicht von den eigenen Forderungen abweichen, teilte die Hamas am Samstag mit. Dazu zĂ€hlen unter anderem ein dauerhafter Waffenstillstand, der Abzug von Israels Armee aus Gaza und die RĂŒckkehr von Vertriebenen.
Dem Nachrichtenportal "Axios" zufolge will CIA-Direktor William Burns in Kairo den Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad, David Barnea, sowie Katars MinisterprĂ€sidenten Mohammed bin Abdulrahman Al Thani und Ăgyptens Geheimdienstchef Abbas Kamel treffen. Israel und die Hamas verhandeln seit Monaten - aber nicht direkt miteinander. Die USA, Katar und Ăgypten treten deshalb als Vermittler auf. Im Laufe einer einwöchigen Feuerpause Ende November vergangenen Jahres hatte die Hamas 105 Geiseln freigelassen. Im Gegenzug entlieĂ Israel 240 palĂ€stinensische HĂ€ftlinge aus GefĂ€ngnissen. Knapp 100 der Geiseln, die nach dem TerrorĂŒberfall der Hamas vom 7. Oktober nach Gaza verschleppt wurden, dĂŒrften nach israelischen SchĂ€tzungen noch leben.

