GfK: Verbraucherstimmung setzt Erholungskurs fort
29.10.2024 - 08:00:00Zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Ă€uĂern sich die deutschen Verbraucher allerdings erneut etwas pessimistischer. "Nach der leichten Verbesserung im Vormonat steigt das Konsumklima weiter an", sagte Rolf BĂŒrkl, Konsumexperte beim NIM, das an der Studie beteiligt ist. "Es klettert auf den höchsten Wert seit April 2022. Damals wurden, nach Beginn des Ukraine-Krieges, -15,7 Punkte gemessen." Aber trotz des Anstiegs bleibe das Niveau des Konsumklimas nach wie vor ĂŒberaus niedrig. "Die Verunsicherung durch Krisen, Kriege und gestiegene Preise ist derzeit immer noch sehr ausgeprĂ€gt und verhindert, dass fĂŒr den Konsum positive Faktoren, wie spĂŒrbare reale EinkommenszuwĂ€chse, nicht ihre volle Wirkung entfalten können. Meldungen ĂŒber eine steigende Zahl an Unternehmensinsolvenzen und ĂŒber BeschĂ€ftigungsabbauplĂ€ne bzw. Produktionsverlagerungen ins Ausland verhindern zudem eine deutlichere Erholung der Konsumstimmung." Im Gegensatz zur Konsumstimmung sehen die deutschen Verbraucher die konjunkturelle Entwicklung fĂŒr die kommenden zwölf Monate erneut etwas pessimistischer. Die Konjunkturerwartungen sinken zum dritten Mal in Folge. Mit einem Minus von 0,5 ZĂ€hlern weist der Konjunkturindikator aktuell 0,2 Punkte auf. Ein geringerer Wert wurde zuletzt im MĂ€rz 2024 mit -3,1 Punkten gemessen. Die Erwartungen bezĂŒglich der kĂŒnftigen finanziellen Lage des eigenen Haushalts in den kommenden zwölf Monaten wird von den Befragten zum zweiten Mal in Folge etwas optimistischer eingeschĂ€tzt. Der Indikator Einkommenserwartung legt gegenĂŒber dem Vormonat um 3,6 ZĂ€hler zu und klettert damit auf 13,7 Punkte. GegenĂŒber dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres betrĂ€gt das Plus deutliche 29 Punkte. Der steigende Einkommensoptimismus sorgt bei der Anschaffungsneigung fĂŒr RĂŒckenwind. Der Indikator gewinnt 2,2 ZĂ€hler hinzu und weist nun -4,7 Punkte auf. Dies ist der höchste Stand seit mehr als zweieinhalb Jahren: Im MĂ€rz 2022 wurde zuletzt mit -2,1 Punkten ein besserer Wert gemessen. Die Anschaffungsneigung zeigt also momentan einen leicht steigenden Trend. Allerdings ist das Niveau nach wie vor sehr niedrig. Zudem können weitere belastende UmstĂ€nde in den nĂ€chsten Monaten hinzukommen: Die Arbeitslosigkeit und die Zahl der Unternehmensinsolvenzen sind zuletzt leicht angestiegen. Der Befragungszeitraum fĂŒr die aktuelle Analyse war vom 4. bis zum 15. Oktober 2024. Die Ergebnisse basieren auf rund 2.000 Verbraucherbefragungen, die monatlich im Auftrag der EU-Kommission durchgefĂŒhrt werden.


