GESAMT-ROUNDUP, Ukraine

GESAMT-ROUNDUP: Der Ukraine droht Wegfall von US-Waffenhilfen zum Jahreswechsel

04.12.2023 - 16:45:44

Die vom US-Kongress bewilligten Mittel fĂŒr die Ukraine werden nach Angaben der Regierung in Washington zum Jahresende komplett aufgebraucht sein.

Im dem von Russland ĂŒberfallenen Land tobten auch am Montag schwere KĂ€mpfe und jeden Tag rechnet die FĂŒhrung in Kiew mit massiven SchlĂ€gen gegen das Stromnetz.

Aufruf zum Handeln an den Kongress: Ukrainische Niederlage droht

Wenn das US-Parlament nicht handele, werde die Regierung ab Neujahr keinerlei Mittel mehr haben, um weitere Waffen und AusrĂŒstung fĂŒr die Ukraine zu beschaffen oder AusrĂŒstung aus eigenen MilitĂ€rbestĂ€nden an Kiew zu liefern. Das schrieb die Direktorin des nationalen Haushaltsamtes in den USA, Shalanda Young, in einem Brief an die FĂŒhrung in beiden Kongresskammern. Das Weiße Haus veröffentlichte das Schreiben am Montag. Young rief den Kongress darin eindringlich zum Handeln auf: "Wir haben kein Geld mehr - und fast keine Zeit mehr."

Es gebe "keinen magischen Topf", aus dem Mittel abgezapft werden können, warnte Young. Sollte der Fluss an Waffen und AusrĂŒstung aus den USA unterbrochen werden, dann werde das die Ukraine "auf dem Schlachtfeld in die Knie zwingen". Dies gefĂ€hrde nicht nur die Erfolge Kiews, sondern steigere auch die Wahrscheinlichkeit russischer Siege. "Wenn unsere Hilfe eingestellt wird, wird das fĂŒr die Ukraine erhebliche Probleme verursachen." Auch wenn die internationalen Partner ihre UnterstĂŒtzung aufgestockt hĂ€tten, könnten sie die Hilfen der USA nicht ausgleichen.

Young listete auf, was von den bislang bewilligten Mitteln bereits abgerufen sei. So habe das Pentagon bereits 97 Prozent seiner fĂŒr die Ukraine genehmigten Mittel aufgebraucht. Das fĂŒr die wirtschaftliche Hilfe des Landes vorgesehene Geld sei bereits vollstĂ€ndig abgerufen. "Wenn die Wirtschaft der Ukraine zusammenbricht, werden sie nicht mehr in der Lage sein, weiter zu kĂ€mpfen", warnte sie.

Die USA sind der wichtigste militĂ€rische UnterstĂŒtzer der Ukraine und haben bereits Milliardensummen bereitgestellt. Der Wegfall dieser Hilfe wĂ€re fatal, zumal auch Europa seinen selbst auferlegten Lieferverpflichtungen fĂŒr Munition an die Ukraine nicht nachkommt, wie unlĂ€ngst Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius einrĂ€umen musste.

Ukraine erwartet neue massive russische RaketenschlÀge auf Stromnetz

Derweil rechnet Kiew nach einer lĂ€ngeren Pause mit neuen massiven russischen RaketenschlĂ€gen gegen die ukrainische Energieversorgung. "Wenn sie diese SchlĂ€ge noch nicht begonnen haben, dann können diese an jedem Tag beginnen", sagte Luftwaffensprecher Jurij Ihnat in einem am Montag von der Nachrichtenagentur RBK-Ukrajina veröffentlichten Interview. Die russische RĂŒstungsindustrie habe die Produktion von Raketen und Kampfdrohnen hochgefahren.

Etwa 870 Raketen unterschiedlichen Typs soll Moskau nach Angaben Ihnats derzeit zur VerfĂŒgung haben. Jedoch verfĂŒge das russische MilitĂ€r nicht mehr ĂŒber die Mittel wie im vorigen Jahr. Im September des Vorjahres seien es noch 1600 Marschflugkörper gewesen.

Ukraine meldet mehr als 20 russische Drohnenangriffe in der Nacht

In der Nacht zum Montag wurde die Ukraine eigenen Angaben zufolge mit 23 russischen Kampfdrohnen und einer Rakete beschossen. Von den Drohnen, die die Russen von der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim aus gestartet hĂ€tten, seien 18 erfolgreich abgewehrt worden, teilte die ukrainische Luftwaffe mit. Auch die Rakete sei abgeschossen worden. Über mögliche Opfer und SchĂ€den war zunĂ€chst nichts bekannt. Insgesamt war die Luftverteidigung demnach in der Nacht in neun verschiedenen Regionen des Landes aktiv.

London: SchÀtzungsweise 70 000 Russen in Ukraine getötet

Auch am Boden gehen die KÀmpfe trotz des Wintereinbruchs und hoher Verluste weiter. So sind nach britischen SchÀtzungen bisher etwa 70 000 Russen in dem Angriffskrieg Moskaus getötet worden. Dabei handele es sich um 50 000 regulÀre Soldaten sowie 20 000 Mitglieder der Privatarmee Wagner, teilte das britische Verteidigungsministerium am Montag mit. Die Zahl der Verwundeten zwischen dem Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 und Ende November 2023 wird in London auf 180 000 bis 240 000 Soldaten und 40 000 Wagner-KÀmpfer geschÀtzt.

"Dies ergibt eine geschĂ€tzte Spanne von insgesamt 290 000 bis 350 000 Opfern unter russischen Kombattanten. Der Mittelwert der SchĂ€tzung liegt bei insgesamt 320 000 russischen Opfern", hieß es weiter. Auch nach Nato-EinschĂ€tzung von Ende November wurden inzwischen mehr als 300 000 russische Soldaten getötet oder verwundet.

Russische Behörden bestÀtigen Tod eines Generals in der Ukraine

Darunter sind auch viele ranghohe Offiziere. Die russischen Behörden haben nun offiziell den Tod eines weiteren russischen Armeegenerals in der Ukraine bestĂ€tigt. "Im Kampfeinsatz im Gebiet der militĂ€rischen Spezialoperation ist der stellvertretende Kommandeur des 14. Armeekorps der Nordmeerflotte, Generalmajor Wladimir Sawadski, gefallen", teilte der Gouverneur der Region Woronesch, Alexander Gussew, am Montag auf seinem Telegram-Kanal mit. Über dessen Tod hatten in der vergangenen Woche bereits ukrainische Medien berichtet.

@ dpa.de