Unerlaubte, Einreise

Unerlaubte Einreise: HauptherkunftslÀnder Syrien und Ukraine

09.02.2025 - 11:43:34

Die von der Bundespolizei festgestellten unerlaubten Einreisen betrafen zuletzt hauptsĂ€chlich Menschen aus Syrien, der Ukraine, Afghanistan und der TĂŒrkei.

Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Gruppe Die Linke hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach stammten 20,6 Prozent der Menschen, die im zweiten Halbjahr 2024 ohne eine entsprechende Erlaubnis nach Deutschland einreisen wollten, aus Syrien. Knapp jeder FĂŒnfte war StaatsbĂŒrger der Ukraine.

Nicht jeder Ukrainer darf einreisen

Ukrainische Staatsangehörige mĂŒssen keinen Asylantrag stellen, um einzureisen und Schutz in Deutschland oder einem anderen EU-Staat zu erhalten. Darauf hatten sich die Staaten der EuropĂ€ischen Union nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verstĂ€ndigt.

Dies bedeute aber nicht, dass jeder Ukrainer und jede Ukrainerin automatisch einreisen dĂŒrfe, erlĂ€utert die Bundesregierung in ihrer Antwort. Zur BegrĂŒndung heißt es: "Ukrainische Staatsangehörige, die seit vielen Jahren im Ausland leben, sind dort durch die Kampfhandlungen in der Ukraine nicht gefĂ€hrdet." Daher bestehe fĂŒr sie kein Schutzbedarf. Eine Wohnsitzverlegung aus anderen GrĂŒnden ohne das erforderliche Visum fĂŒr den lĂ€ngerfristigen Aufenthalt sei auf Basis der entsprechenden Verordnung nicht möglich.

Wie aus den von der Bundesregierung zur VerfĂŒgung gestellten Daten weiter hervorgeht, sank die Zahl der unerlaubten Einreisen von 127.549 im Jahr 2023 auf 83.572 im vergangenen Jahr. Auch der Anteil der Menschen ohne Einreiseerlaubnis, die gegenĂŒber der Bundespolizei die Absicht Ă€ußerten, in Deutschland Asyl beantragen zu wollen, war zuletzt deutlich geringer.

Weniger als jeder vierte stellte ein Asylgesuch

Laut Bundesregierung registrierten die Beamten im vergangenen Jahr bei etwa 23 Prozent der unerlaubt Einreisenden an der Grenze ein Asylgesuch. Im Jahr zuvor lag der Anteil noch bei 44,7 Prozent. Vermutungen der Gruppe Die Linke, vor dem Hintergrund politischer Erwartungen könnten Asylgesuche bei den Binnengrenzkontrollen von der Bundespolizei quasi ĂŒbergangen werden, um direkt zurĂŒckweisen zu können, wies das Innenministerium zurĂŒck.

Die Linken-Abgeordnete, Clara BĂŒnger, sagt: "Die Migrationspolitik hat sich komplett von der RealitĂ€t entfernt." In der Diskussion ĂŒber die Forderung von Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) nach umfassenden ZurĂŒckweisungen an den Landgrenzen gehe völlig unter, dass die Bundespolizei schon jetzt viele Menschen zurĂŒckweise. "2024 waren davon mehr als 40.000 Menschen betroffen, wahrscheinlich auch viele Asylsuchende", vermutet BĂŒnger.

Seit dem 16. September gibt es stationĂ€re Kontrollen an allen deutschen Landgrenzen. Eigentlich ist das im Schengenraum nicht vorgesehen und nur befristet zulĂ€ssig. ZurĂŒckgewiesen werden unter anderem Menschen, die kein Asylgesuch stellen beziehungsweise gegen die ein Einreiseverbot vorliegt.

@ dpa.de