Kritik an Ampel-PlĂ€nen zu 1000 Euro fĂŒr Job-Aufnahme
06.10.2024 - 12:39:00"Die 1000-Euro-PrĂ€mie ist blanker Hohn fĂŒr diejenigen, die seit Jahren ihren Job machen. Die Ampel gefĂ€hrdet den sozialen Frieden und gieĂt damit noch mehr Ăl ins Feuer", sagte CSU-GeneralsekretĂ€r Martin Huber der "Bild"-Zeitung (Samstag). Das Bundeswirtschaftsministerium verteidigte die PrĂ€mie hingegen.
Das Kabinett hatte am Mittwoch VerschĂ€rfungen der Regeln fĂŒr BĂŒrgergeld-EmpfĂ€ngerinnen und -EmpfĂ€nger beschlossen. Bei Ablehnung einer Arbeit mĂŒssen sie bald mit höheren Strafen rechnen. Teil der Regelungen ist aber auch die sogenannte Anschubfinanzierung. Langzeitarbeitslose, die mehr als zwölf Monate in einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit beschĂ€ftigt sind, sollen einmalig 1000 Euro erhalten können.
Der GrĂŒnen-Bundestagsabgeordnete und Sozialpolitiker Frank Bsirske lehnt das Vorhaben ebenfalls ab. "Ich halte die PrĂ€mie nicht fĂŒr erforderlich. Die allermeisten Menschen im BĂŒrgergeld nehmen sowieso einen Job an, wenn sie die Chance dazu haben", sagte er "Bild". Der FDP-Haushaltspolitiker Frank SchĂ€ffler sagte der Zeitung: "Das Vorhaben ist ein Unding. Die Ausgaben explodieren ja jetzt schon. Die PrĂ€mie muss im Bundestag gestoppt werden."
Das Bundeswirtschaftsministerium verteidigte indes das Vorhaben. Das Ministerium betonte, es gehe um regulĂ€re, nicht geförderte ArbeitsverhĂ€ltnisse. Gedacht sei die Finanzierung als Anreiz zur Suche nach einer existenzsichernden BeschĂ€ftigung. Zudem solle die PrĂ€mie ein Gegengewicht bilden zu Verlusten staatlicher Leistungen bei Aufnahme einer Arbeit. "BeschĂ€ftigungen mit niedrigeren Einkommen werden durch hohe AbzĂŒge beim BĂŒrgergeld, Kinderzuschlag und Wohngeld unattraktiv", hieĂ es. Das Problem sei im Rahmen der geltenden Rechtsprechung nur schwer zu mindern. Mit der PrĂ€mie spare der Staat unter dem Strich Geld.

