ROUNDUP, Patriot-Lieferung

Patriot-Lieferung an die Ukraine kann anlaufen

01.08.2025 - 11:42:00 | dpa.de

Die von der Bundesregierung geplante Lieferung zweier Patriot-Luftverteidigungssysteme an die Ukraine kann anlaufen.

Voraussetzung sei gewesen, dass der US-Hersteller im Gegenzug schnellstmöglich neue Systeme liefern werde, damit Deutschland seinen Nato-Verpflichtungen auch weiterhin gerecht werden könne, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). "Diese Zusage von US-Seite ist da." Daher könne Deutschland die Ukraine zunĂ€chst mit StartgerĂ€ten und dann mit weiteren Systemanteilen unterstĂŒtzen.

Konkret soll die Bundeswehr in den kommenden Tagen in einem ersten Schritt weitere Patriot-StartgerĂ€te ("Launcher") an die Ukraine liefern, wie das Ministerium mitteilte. In einem zweiten Schritt werde sie innerhalb der nĂ€chsten zwei bis drei Monate weitere Systemanteile ĂŒbergeben, um die Luftverteidigung der Ukraine mit zusĂ€tzlichen Patriot-Batterien zu stĂ€rken. Die Systeme, die kurz- und mittelfristig von Instandsetzungsmaßnahmen betroffen wĂ€ren, sollen nun fĂŒr den Einsatz vorbereitet und dann einsatzbereit ĂŒbergeben werden.

Vereinbarung mit den USA

Mit dem US-Verteidigungsministerium sei vereinbart, dass Deutschland im Gegenzug als erste Nation und beschleunigt neu produzierte Systeme der neuesten Generation erhalte. Die Finanzierung erfolge durch Deutschland.

UrsprĂŒnglich war geplant, zwei Patriot-Systeme fĂŒr jeweils etwa eine Milliarde Euro in den USA zu kaufen und direkt in die Ukraine zu bringen. Da sie aber nicht sofort lieferbar sind, soll die Bundeswehr nun zunĂ€chst zwei ihrer noch neun Patriots abgeben und dann Ersatz aus den USA bekommen.

Dieses Verfahren sei Ergebnis einer engen Abstimmung mit den USA und den Nato-Partnern, erlĂ€uterte das Ministerium. Ressortchef Pistorius und sein US-Kollege Pete Hegseth stießen die konkrete Abstimmung bei einem Treffen Mitte Juli in Washington an. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich danach bereits zuversichtlich gezeigt, dass bald eine Einigung erzielt werden kann.

Deutschland lieferte schon drei Patriot-Systeme

Pistorius betonte mit Blick auf drei bereits gelieferte Patriot-Systeme, es zeige sich wieder einmal: "Deutschland ist der mit Abstand stĂ€rkste UnterstĂŒtzer der Ukraine im Bereich Luftverteidigung." Mit der vereinbarten Lösung gehe man nun in Vorleistung, um die aktuell sehr dringenden Bedarfe der Ukraine schnell zu decken, erklĂ€rte das Ministerium. Dies sei verbunden mit dem Appell an die Partner, ihrerseits weitere Systeme zeitnah zur VerfĂŒgung zu stellen.

Nach Angaben des ukrainischen PrÀsidenten Wolodymyr Selenskyj hat Russland bei Luftangriffen allein im Juli mehr als 5.100 Gleitbomben, 3.800 Kampfdrohnen und fast 260 Raketen eingesetzt. Bei einem massiven Angriff auf Kiew in der Nacht zu Donnerstag wurden laut Selenskyj 31 Menschen getötet.

Wie das Bundesverteidigungsministerium erlĂ€uterte, sind hocheffiziente Luftverteidigungssysteme wie Patriot Mangelware, und die Produktion einiger Komponenten dauert Jahre. Mit Blick auf die Lösung fĂŒr die nun anstehende Lieferung betonte das Ressort, die Bundeswehr werde zugesagte BeitrĂ€ge zur Nato-Luftverteidigung und die Ausbildung der Flugabwehrraketentruppe der Luftwaffe weiterhin ohne EinschrĂ€nkungen sicherstellen.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
wirtschaft | 67869357 |