DGB, Arbeitszeitreform

DGB warnt vor Arbeitszeitreform von Union und SPD

31.03.2025 - 01:00:00

Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Yasmin Fahimi, warnt vor den PlĂ€nen von Union und SPD, deutlich lĂ€ngere Arbeitstage fĂŒr BeschĂ€ftigte möglich zu machen.

"Das Arbeitszeitgesetz ist keine politische Verhandlungsmasse", sagte Fahimi den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben). "Es ist ein Schutzgesetz, das Erholung und Gesundheit sichert, und fußt auf arbeitsmedizinischen Erkenntnissen." Bereits in zu vielen Branchen kĂ€men BeschĂ€ftigte lĂ€ngst an ihre Belastungsgrenze, sagte die DGB-Chefin.

"Dort droht ein Kollaps mit einer weiteren beliebigen Ausweitung der Arbeitszeiten." Hintergrund sind PlĂ€ne von CDU, CSU und SPD, statt einer tĂ€glichen Begrenzung die Möglichkeit einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit zu schaffen. "Aktuell erlaubt das Arbeitszeitgesetz bereits bis zu zehn Stunden Arbeit tĂ€glich an sechs Werktagen, also 60 Stunden pro Woche - und das soll nicht reichen?", sagte Fahimi dazu. Sie befĂŒrchtet Nachteile fĂŒr BeschĂ€ftigte: "WĂ€re nur die tĂ€gliche Ruhezeit von 11 Stunden gesichert, riskieren wir regelmĂ€ĂŸige 13-Stunden-Schichten als neuen Standard." Auch steuerfreien ZuschlĂ€gen fĂŒr Mehrarbeit stehen die Gewerkschaften zurĂŒckhaltend gegenĂŒber. Das gefĂ€hrde die flexiblen Jahresarbeitszeitkonten, die es in vielen Firmen gebe, sage Fahimi den Funke-Zeitungen. "Wenn die Politik meint, es mĂŒssten mehr Überstunden geleistet werden und zur Auszahlung kommen, sollte sie als erstes eine klare Erfassung der Arbeitszeiten festlegen, damit nicht noch mehr umsonst gearbeitet wird." Im Übrigen wĂŒrden TeilzeitkrĂ€fte, und damit zumeist Frauen, mit einer solchen Regelung diskriminiert.

@ dts-nachrichtenagentur.de