Arbeitsmarkt, Energie

HandwerksprÀsident: Wartezeiten auf Termin sinken auf 8,9 Wochen

16.05.2026 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Wartezeiten auf einen Handwerkertermin sind deutlich gesunken.

Fliesenleger (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Fliesenleger (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Das sagte HandwerksprÀsident Jörg Dittrich den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Jetzt sind wir im Schnitt bei 8,9 Wochen, wobei man in der Stadt etwas lÀnger warten muss als in lÀndlichen Regionen", so Dittrich. "Zwischenzeitlich waren es schon mal 14 Wochen bis zum nÀchsten Handwerkertermin."

Dittrich beschrieb die Folgen des Iran-Kriegs auf das deutsche Handwerk als dramatisch. Der Druck sei massiv. Es bestehe die Gefahr, dass ganze GeschĂ€ftsmodelle kippen und zahlreiche ArbeitsplĂ€tze abgebaut werden. Das Handwerk habe schon im letzten Jahr ĂŒber 60.000 ArbeitsplĂ€tze verloren. Und in der Iran-Krise schöben viele Familien geplante Investitionen auf. Die AuftrĂ€ge nĂ€hmen ab.

Dittrich rief die Bundesregierung zu einer VerlĂ€ngerung des Tankrabatts ĂŒber die beschlossenen zwei Monate hinaus auf. "So lange diese Krise andauert und der Staat dadurch Mehreinnahmen erzielt, sollte er sie auch weitergeben. So lange sollte der Tankrabatt bleiben", sagte er. In der Baubranche gebe es Preissteigerungen bis zu 50 Prozent, auch weil die Transportkosten steigen, betonte der HandwerksprĂ€sident.

Im Interview erlĂ€uterte Dittrich die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf das Handwerk. Unmittelbar seien die Lieferketten gestört, insbesondere im Bau. Viele Materialien wĂŒrden mit hohem Energieaufwand hergestellt. StyropordĂ€mmung, fĂŒr die man Erdöl brauche, werde direkt teurer. Die Leute wichen auf Mineralwolle aus, die dadurch knapp werde. In der Baubranche seien Preissteigerungen bis zu 50 Prozent zu sehen, auch weil die Transportkosten stiegen. Die Lieferzeiten hĂ€tten sich sprunghaft von zwei auf 16 Wochen erhöht. Es gebe aber noch einen indirekten Effekt: Wenn die Menschen mehr Geld an der Tankstelle ausgĂ€ben, gingen sie seltener zum Friseur und kauften weniger beim BĂ€cker oder Metzger ein. Diese KaufzurĂŒckhaltung setze sofort ein.

Auf die Frage, wie viele Jobs bedroht seien, antwortete Dittrich, der Druck sei massiv. Es bestehe die Gefahr, dass ganze GeschĂ€ftsmodelle kippen und zahlreiche ArbeitsplĂ€tze abgebaut werden. Das Handwerk habe schon im letzten Jahr ĂŒber 60.000 ArbeitsplĂ€tze verloren. In der Iran-Krise schöben viele Familien geplante Investitionen auf. Die AuftrĂ€ge nĂ€hmen ab.

Zum Tankrabatt sagte Dittrich, dies sei definitiv ein richtiger Schritt, weil der Staat durch höhere Steuereinnahmen bei der Mineralölsteuer von der Krise profitiere. Auf die Frage, ob der Rabatt ĂŒber die zwei Monate hinaus verlĂ€ngert werden solle, antwortete er: "So lange diese Krise andauert und der Staat dadurch Mehreinnahmen erzielt, sollte er sie auch weitergeben. So lange sollte der Tankrabatt bleiben." Das Wichtigste sei allerdings, dass Deutschland seine WettbewerbsfĂ€higkeit stĂ€rke. Man brauche Reformen - jetzt.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 69346087 |

Weitere Meldungen

Linke fordert mehr Geld fĂŒr BeschĂ€ftigte im Handel Angesichts der bundesweiten Warnstreiks im Handel an diesem Freitag fordert die Linke Lohnerhöhungen fĂŒr die BeschĂ€ftigten der Branche.Pascal Meiser, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Linken, sagte der "Rheinischen Post": "Ohne die Millionen BeschĂ€ftigten im Groß- und Einzelhandel wĂŒrde in unserem Land nicht mehr viel laufen. (Politik, 15.05.2026 - 14:14) weiterlesen...

Rhein fordert Reform-Restart von Merz-Regierung Hessens MinisterprÀsident Boris Rhein (CDU) fordert von der Bundesregierung eine inhaltliche und kommunikative Neuaufstellung. (Politik, 15.05.2026 - 05:00) weiterlesen...

HandwerksprĂ€sident beklagt mangelnden Reformwillen der Regierung HandwerksprĂ€sident Jörg Dittrich hat der Bundesregierung mangelnden Reformwillen vorgeworfen."Ich erwarte ein schlĂŒssiges Gesamtkonzept. (Politik, 15.05.2026 - 01:00) weiterlesen...

WZB-PrĂ€sidentin warnt vor KĂŒrzungen beim Elterngeld Die Ökonomin Nicola Fuchs-SchĂŒndeln warnt vor weiteren KĂŒrzungen beim Elterngeld und plĂ€diert stattdessen fĂŒr eine Reform mit lĂ€ngeren VĂ€termonaten."Wir sollten nicht darĂŒber nachdenken, wie wir beim Elterngeld sparen können, sondern wie wir es reformieren können", sagte die PrĂ€sidentin des Wissenschaftszentrums Berlin fĂŒr Sozialforschung (WZB) dem "Handelsblatt". (Politik, 14.05.2026 - 08:16) weiterlesen...

HandwerksprÀsident fordert Reformen von der Regierung HandwerksprÀsident Jörg Dittrich hat die Bundesregierung aufgefordert, schnell Entscheidungen zu treffen. (Politik, 14.05.2026 - 01:00) weiterlesen...

Lies und Bovenschulte loben Reformfahrplan Niedersachsens MinisterprĂ€sident Olaf Lies (SPD) begrĂŒĂŸt die Entscheidung des schwarz-roten Koalitionsausschusses, Gewerkschaften und Arbeitgeber an den ReformplĂ€nen der Bundesregierung zu beteiligen.Es sei ein richtiges Signal, dass die Bundesregierung die Sozialpartner nun eng einbinden wolle, sagte Lies der "Welt". (Politik, 13.05.2026 - 16:42) weiterlesen...