Ifo-Index: Iran-Krieg verschÀrft Krise in der Chemiebranche
02.04.2026 - 08:38:30 | dpa.deMit dem Iran-Krieg hat sich das GeschĂ€ftsklima in der Chemieindustrie deutlich verschlechtert. Der Branchenindikator des MĂŒnchner Ifo-Instituts fiel im MĂ€rz auf minus 25,0 Punkte, nach minus 16,7 Punkten im Februar. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle GeschĂ€ftslage erheblich schlechter, auch die Erwartungen trĂŒbten sich deutlich ein. «Die Folgen der Kriegshandlungen im Nahen Osten treffen die ohnehin angeschlagene Chemiebranche mit voller Wucht», sagte Ifo-Branchenexpertin Anna Wolf.
Die Chemieindustrie litt schon vor dem Iran-Krieg unter Auftragsmangel, der sich im MĂ€rz weiter verschĂ€rfte. Hinzu kommen nun die stark gestiegenen Kosten fĂŒr Rohöl, Rohstoffe und Energie. Die Chemiebranche verbraucht viel Ăl und Gas, zugleich spielen die Rohstoffe eine zentrale Rolle als Ausgangsstoffe etwa fĂŒr Kunststoffe, DĂŒnger, Medikamente, Lösungsmittel und Kosmetika.
Um den Kostendruck aufzufangen, planen die Unternehmen mit deutlich höheren Preisen, schreibt das Ifo-Institut. Zugleich seien die BeschÀftigungserwartungen mit minus 32,1 Punkten auf ein historisches Tief gesunken. «Die Unternehmen können die schwierigen Rahmenbedingungen kaum beeinflussen; ihnen bleibt daher nur der Abbau von ArbeitsplÀtzen als Handlungsspielraum», sagt Wolf.
Die Chemiebranche steckt seit Jahren in der Flaute: Ihr machen teure Energie, US-Zölle, ĂberkapazitĂ€ten am Weltmarkt und die Konjunkturflaute zu schaffen, die wichtige Chemiekunden wie die Autobranchen trifft.
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