Wein, Deutschland

Robuste Rebsorten legen auf niedrigem Niveau zu

12.04.2026 - 03:30:06 | dpa.de

Die Winzer in Deutschland stellen sich stĂ€rker mit neuen, widerstandsfĂ€higen Weinreben auf die Folgen des Klimawandels ein. Das Deutsche Weininstitut gibt einen Überblick.

  • Die gesamte RebflĂ€che in Deutschland wird kleiner. (Symbolbild) - Foto: Andreas Arnold/dpa
  • Piwis sind in Norddeutschland besonders gefragt. (Archivbild) - Foto: Stefan Sauer/dpa
  • Der Chardonnay-Anbau hat 2025 unter den konventionellen Rebsorten am stĂ€rksten zugelegt. (Archivbild) - Foto: Bernd Weißbrod/dpa
  • Es gibt inzwischen auch rote Piwi-Sorten. (Symbolbild) - Foto: Finn Winkler/dpa
  • Die Merlot-AnbauflĂ€che ist 2025 gegen den Trend gewachsen. (Symbolbild) - Foto: Patrick Seeger/dpa
Die gesamte RebflĂ€che in Deutschland wird kleiner. (Symbolbild) - Foto: Andreas Arnold/dpa Piwis sind in Norddeutschland besonders gefragt. (Archivbild) - Foto: Stefan Sauer/dpa Der Chardonnay-Anbau hat 2025 unter den konventionellen Rebsorten am stĂ€rksten zugelegt. (Archivbild) - Foto: Bernd Weißbrod/dpa Es gibt inzwischen auch rote Piwi-Sorten. (Symbolbild)  - Foto: Finn Winkler/dpa Die Merlot-AnbauflĂ€che ist 2025 gegen den Trend gewachsen. (Symbolbild) - Foto: Patrick Seeger/dpa

Die Winzer und Winzerinnen in Deutschland setzen mehr auf neue robuste Rebsorten. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) hat der Anbau pilzwiderstandsfĂ€higer Reben (Piwi) 2025 im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent auf rund 4.000 Hektar zugelegt. «Die neuen Piwi-Sorten sind damit entgegen der allgemein rĂŒcklĂ€ufigen Anbauentwicklung in der FlĂ€che gewachsen», sagte DWI-Sprecher Ernst BĂŒscher im rheinhessischen Bodenheim. 

Allerdings noch auf niedrigem Niveau. «Sie haben mittlerweile einen Anteil von 4 Prozent am deutschen Weinbau», sagte BĂŒscher. 2024 waren es noch 3,5 Prozent. 

Souvignier Gris ist wichtigste weiße Piwi-Sorte

Die neue weiße Sorte Souvignier Gris habe 2025 im zweiten Jahr in Folge den höchsten FlĂ€chenzuwachs von allen Rebsorten in Deutschland verzeichnet, sagte BĂŒscher. Sie sei auf 170 Hektar zusĂ€tzlich angepflanzt worden. «Mit nunmehr 766 Hektar ist Souvignier Gris Deutschlands wichtigste weiße Piwi-Sorte, gefolgt von Cabernet Blanc» (plus 21 auf 356 Hektar). Auf Platz drei der Sorten dieses neuen Typs rangierte mit rund 250 Hektar die ZĂŒchtung Sauvignac (plus 45 Hektar).

40 verschiedene Piwi-Sorten

Insgesamt seien im vergangenen Jahr 40 verschiedene Piwi-Sorten angepflanzt worden. Viele von ihnen seien jedoch noch im Versuchsstadium. «Die neuesten Generationen dieser robusten Sorten besitzen eine noch stĂ€rkere Widerstandskraft gegen pilzliche Krankheitserreger», erlĂ€uterte BĂŒscher. 

Wie zeitaufwendig die ZĂŒchtung einer neuen Rebsorte ist, zeigt das Beispiel Souvignier Gris. Sie wurde BĂŒscher zufolge 1983 im Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg gezĂŒchtet und erhielt 30 Jahre spĂ€ter - 2013 - die Zulassung fĂŒr den QualitĂ€tsweinanbau in Deutschland. 

Geschmack ist besser geworden - auch rote Piwis

Die Weine der neuen weißen Rebsorten hĂ€tten sich auch geschmacklich weiterentwickelt und seien von konventionellen Weinen nicht mehr zu unterscheiden, sagte BĂŒscher. «Es gibt nun auch neue robuste rote Rebsorten aus deutschen Kellern, die kraftvolle, samtige Rotweine hervorbringen, wie es sonst nur die sĂŒdeuropĂ€ischen Sorten können.»

Als Beispiele nennt BĂŒscher die ZĂŒchtung Cabernet Cortis, von der in Deutschland 88 Hektar kultiviert wurden (plus 8 Hektar innerhalb eines Jahres) und die Sorte Satin Noir. Sie wird auf rund 60 Hektar angepflanzt (plus 10 Hektar). 

Um die Verbraucher nicht mit zu vielen unbekannten Namen zu ĂŒberfordern, verzichteten viele Betriebe auf die Sortenangabe auf dem Etikett oder brĂ€chten die Weine als CuvĂ©e auf den Markt, sagte BĂŒscher.

In Norddeutschland besonders gefragt

Besonders beliebt seien die Piwi-Sorten im Norden Deutschlands. Dort gebe es seit der Zulassung von Neuanpflanzungen 2016 mittlerweile mehr als 200 Hektar Weinberge außerhalb der 13 traditionellen Weinanbaugebiete.

Ein großer Teil des Pflanzguts werde mittlerweile auch exportiert, etwa nach Frankreich. Genaue Zahlen dazu seien aber nicht bekannt. 

Zuwachse nur bei wenigen konventionellen Sorten 

Unter den herkömmlichen Weißweinsorten hĂ€tten 2025 in der AnbauflĂ€che in nennenswertem Umfang nur der Chardonnay (um 102 auf 3.152 Hektar) und der Sauvignon Blanc zugelegt (um 40 auf 2.094 Hektar). Bei den roten Rebsorten stieg demnach der Merlot-Anbau gegen den Trend - um 18 auf 981 Hektar.

Ein Prozent weniger Weinberge in Deutschland

Die gesamte RebflĂ€che in Deutschland sei 2025 um ein Prozent auf rund 102.000 Hektar zurĂŒckgegangen, zitierte BĂŒscher aus der Statistik. Diese AnbauflĂ€che entspreche dem Niveau des Jahres 2007. Spitzenjahr war 1994 mit 106.000 Hektar RebflĂ€che.

Weißwein- und RotweinrebflĂ€che geschrumpft

Rote Sorten waren mit einem Minus von 791 Hektar etwas stĂ€rker vom RĂŒckgang der FlĂ€che betroffen als Weißweine (minus 539 Hektar). Sie machten rund 70 Prozent des Weinbaus in Deutschland aus und wĂŒrden auch mehr getrunken. 

Saale-Unstrut mit leichtem FlÀchenzuwachs

Innerhalb der 13 Anbaugebiete nahm die RebflĂ€che in WĂŒrttemberg (minus 485 Hektar) und in Baden (minus 312 Hektar) am stĂ€rksten ab, wie BĂŒscher sagte. GrĂ¶ĂŸere FlĂ€chenrĂŒckgĂ€nge verzeichneten zudem die Mosel (minus 158 Hektar) und die Pfalz (minus 147 Hektar). Die Winzerinnen und Winzer an Saale-Unstrut bewirtschafteten dagegen mit 868 Hektar 10 Hektar Weinberge mehr als im Vorjahr.

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