Deutschland, Immobilien

Sorge um Jobs und Einkommen: Mietwohnungen weniger gefragt

08.01.2026 - 11:46:50

Die Wirtschaftskrise in Deutschland trifft auch Immobilien. Von Metropolen wie Berlin bis hinein in lĂ€ndliche Regionen werden weniger Mietwohnungen gesucht. Besonders eine Gruppe hĂ€lt sich zurĂŒck.

  • Aus Sorge um die Konjunktur halten sich gerade Geringverdiener am Immobilienmarkt zurĂŒck. (Symbolbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

    Julian Stratenschulte/dpa

  • Die Nachfrage nach Mietwohnungen ist zum Jahresende gesunken. (Symbolbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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Aus Sorge um die Konjunktur halten sich gerade Geringverdiener am Immobilienmarkt zurĂŒck. (Symbolbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpaDie Nachfrage nach Mietwohnungen ist zum Jahresende gesunken. (Symbolbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Aus Sorge um die kriselnde Wirtschaft und die eigenen Einkommen suchen weniger Menschen in Deutschland Mietwohnungen. Im vierten Quartal 2025 sei die Nachfrage deutlich stĂ€rker gefallen als sonst zum Jahresende ĂŒblich, zeigt eine neue Studie des Portals Immoscout24.

«Wir beobachten, dass es insbesondere Haushalte mit niedrigerem Einkommen sind, die weniger intensiv nach einer neuen Wohnung suchen», sagte GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Gesa Crockford. «Das lĂ€sst sich auf die stetig steigenden Mieten und die unsichere Wirtschaftslage zurĂŒckfĂŒhren.» Angesichts der schlechten Konjunktur sei die Einkommenserwartung der Menschen gesunken, das trĂŒbe die Konsumlaune. Zugleich sei die Sparneigung «unglaublich hoch».

Konkret sei das Interesse an Mietwohnungen in den acht Metropolen, darunter Berlin, MĂŒnchen und Hamburg, im vierten Quartal um 16 Prozent gegenĂŒber dem dritten Quartal gefallen. In den kreisfreien StĂ€dten verzeichnete Immoscout24 einen RĂŒckgang um 23 Prozent, im Umland der Metropolen um 17 Prozent und im lĂ€ndlichen Raum um 20 Prozent.

Auch Arbeitsmarkt und weniger Zuwanderung wirkt sich aus

Auch in den Vorjahren sei die Nachfrage im vierten Quartal zurĂŒckgegangen – jedoch deutlich weniger um 3 bis 13 Prozent. Die Nachfrage nach Mietwohnungen sei aber weiter hoch und liege deutlich ĂŒber dem Vor-Corona-Niveau.

Die rĂŒcklĂ€ufige Nachfrage habe zwei Ursachen, sagt Tobias Just, Professor fĂŒr Immobilienwirtschaft an der UniversitĂ€t Regensburg. «Zum einen fĂŒhrt die EintrĂŒbung am Arbeitsmarkt dazu, dass vor allem Haushalte mit geringerem Einkommen vorsichtiger agieren und arbeitsbezogene UmzĂŒge weniger stattfinden. Zum anderen sinkt durch weniger Zuwanderung die Zahl der Wohnungssuchenden insgesamt.»

Zugleich sind Immoscout24 zufolge die Angebotsmieten fĂŒr Bestandswohnungen im vierten Quartal bundesweit weiter gestiegen: um ein Prozent zum Vorquartal und um 3,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Ähnlich sehe es bei Neubauwohnungen aus (plus 0,5 Prozent und plus 3,7 Prozent).

Immoscout24 stĂŒtzt sich laut eigenen Angaben bei seinem Wohnbarometer auf 8,5 Millionen Inserate in den letzten fĂŒnf Jahren auf dem Portal. Die Nachfrage nach Mietwohnungen wird durch die Klicks auf Inserate gemessen. Betrachtet werden Angebotsmieten, keine AbschlĂŒsse. Angesichts des engen Mietmarkts haben Wohnungssuchende in der Regel aber kaum Spielraum fĂŒr Verhandlungen.

@ dpa.de

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