Wirtschaftsweise, Inflationsschock

Wirtschaftsweise erwartet 'Inflationsschock' in den USA

04.04.2025 - 08:57:19

Die Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier geht davon aus, dass US-PrÀsident Donald Trump wegen der Auswirkungen seiner Zollpolitik innenpolitisch unter Druck stehen wird.

Die US-Amerikaner seien nicht bereit, auf Wohlstand zu verzichten, sagte die Ökonomin von der University of California Berkeley im Deutschlandfunk.

Den USA stehe aber ein "Inflationsschock" bevor, und der werde der Trump-Regierung zugerechnet werden. "Wenn ich es nicht mehr schaffe, das Essen fĂŒr meine Familie auf den Tisch zu bringen, wenn ich mir Sorgen mache bei meinen tĂ€glichen Ausgaben, betrifft mich das unmittelbar." Es sei die Frage, wie Trump damit umgehe.

Die negative Reaktion der Börsen und FinanzmĂ€rkte sei ein deutliches Signal, was die Wirtschaft davon halte. Es habe die grĂ¶ĂŸten Kursverluste der letzten Jahre gegeben. Das treffe auch die US-Pensionskassen, die Geld in Wertpapieren angelegt haben, und die Leute, die sich auf die Zahlungen der Kassen verlassen.

Wirtschaftsweise hofft auf GesprÀche

Mit Blick auf die EU sagte Malmendier, sie hoffe, dass es Verhandlungen gebe statt Eskalation. GrundsĂ€tzlich mĂŒsse man jedoch davon ausgehen, dass Trump von seiner Idee, die amerikanische Industrie zu beschĂŒtzen, nicht abgehen werde. Die EuropĂ€er mĂŒssten jetzt ihren Binnenmarkt stark machen und noch bestehende Hemmnisse in der EU abbauen. Nötig sei auch eine Kapitalmarktunion.

Malmendier ist Mitglied im SachverstÀndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die die Bundesregierung berÀt. Sie lehrt als Professorin an der Haas School of Business der University of California.

@ dpa.de