Wirtschaftsweise Grimm hĂ€lt Konjunkturprogramm fĂŒr falschen Weg
08.08.2023 - 14:43:45Die EuropĂ€ische Zentralbank fahre aktuell zur InflationsbekĂ€mpfung eine restriktive Geldpolitik und "da jetzt ein Konjunkturprogramm zu lancieren, das wĂŒrde dazu fĂŒhren, dass man der EZB bei der InflationsbekĂ€mpfung unnötig das Leben schwer macht", sagte sie am Dienstag dem Fernsehsender Phoenix. "Das sollten wir nicht tun."
Stattdessen sollten die Rahmenbedingungen fĂŒr mehr Investitionen der Industrie verbessert werden. Konkret nannte die Wirtschaftsweise, die Steuern auf den Strompreis zu senken sowie Netzabgaben und Umlagen abzuschaffen und ferner Superabschreibungen, wie sie auch bereits im Koalitionsvertrag der Ampel-Koalition vorgesehen seien. Grimm spricht sich zugleich fĂŒr eine konsequentere CO2-Bepreisung aus, um mehr Investitionen in die klimaneutrale WĂ€rmeerzeugung und MobilitĂ€t zu initiieren. "Wenn man jetzt hin zu einem umfassenden Emissionshandel im Bereich WĂ€rme und MobilitĂ€t steilere Preispfade vorgeben wĂŒrde und klarmachen wĂŒrde, man setzt diesen Emissionshandel im Bereich WĂ€rme und MobilitĂ€t in der zweiten HĂ€lfte des Jahrzehnts auch konsequent um, dann hĂ€tte man aus diesem Preismechanismus heraus schon ganz groĂe Anreize, tatsĂ€chlich in klimaneutrale WĂ€rmeerzeugung und klimaneutrale MobilitĂ€t zu investieren. Das wĂ€ren sehr klare Signale, die die Politik auch jetzt noch nichts kosten", so Grimm. Gleichzeitig wĂŒrden durch die höhere CO2-Bepreisung auch Einnahmen generiert, und zwar vorwiegend von Besserverdienenden, da deren CO2-Verbrauch höher sei. "Dieses Geld könnte man nehmen und es pro Kopf an die Bevölkerung zurĂŒckverteilen, sodass man dann eine Umverteilung hĂ€tte von oberen Einkommensklassen zu unteren Einkommensklassen und damit gleichzeitig die sozialen HĂ€rten dieser Transformation abfedern könnte", so Grimm.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


