IWH, HöchststÀnde

IWH: Weiterhin HöchststÀnde bei Insolvenzzahlen

08.04.2025 - 10:30:39

Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland ist im MĂ€rz geringfĂŒgig gestiegen und damit auf dem Rekordniveau geblieben.

Das ist das Ergebnis einer Analyse des Leibniz-Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung Halle (IWH), die am Dienstag veröffentlicht wurde. Insgesamt lag die Zahl der Firmenpleiten im dritten Monat des Jahres bei 1.459. Das waren zwei Prozent mehr als im Vormonat, zwölf Prozent mehr als im MĂ€rz 2024 und 46 Prozent mehr als in einem durchschnittlichen MĂ€rz der Jahre 2016 bis 2019, also vor der Corona-Pandemie. Laut IWH-Insolvenztrend waren im MĂ€rz in den grĂ¶ĂŸten zehn Prozent der insolventen Unternehmen mehr als 16.000 ArbeitsplĂ€tze betroffen. Damit liegt die Zahl der betroffenen BeschĂ€ftigten um 13 Prozent unter dem Vormonatswert, 43 Prozent ĂŒber dem Niveau von MĂ€rz 2024 und mehr als doppelt so hoch wie im MĂ€rz-Durchschnitt der Vor-Corona-Jahre 2016 bis 2019. Im ersten Quartal 2025 waren 4.237 Personen- und Kapitalgesellschaften von einer Insolvenz betroffen.

Damit wurden die Werte des vierten Quartals 2024 - in dem die höchsten Insolvenzzahlen seit dem Ende der großen Wirtschafts- und Finanzkrise Mitte 2009 gemessen wurden - nochmals leicht ĂŒbertroffen (+1 Prozent). Die Zahl der betroffenen Jobs in den grĂ¶ĂŸten 10 Prozent der insolventen Unternehmen stieg um etwa ein Sechstel auf knapp 49.000 an. Verglichen mit dem ersten Quartal 2020, also noch bevor die Pandemie das Insolvenzgeschehen hĂ€tte prĂ€gen können, stieg die Zahl der Insolvenzen im ersten Quartal 2025 um 52 Prozent. Unter den großen BundeslĂ€ndern gab es die stĂ€rksten ZuwĂ€chse in Bayern (+80 Prozent) und Baden-WĂŒrttemberg (+73 Prozent). Beide LĂ€nder verzeichnen zudem starke Anstiege bei den betroffenen Jobs (Bayern +93 Prozent, Baden-WĂŒrttemberg +66 Prozent). Bei den Insolvenzbranchen mit den meisten betroffenen Jobs lag der Zuwachs im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen (+260 Prozent) am höchsten, gefolgt von Industrie, Bau und Handel, wo sich die Zahlen jeweils fast verdoppelten. Steffen MĂŒller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung, fĂŒhrt die hohen Insolvenzzahlen nur zum Teil auf aktuelle gesamtwirtschaftliche Probleme zurĂŒck. "Extrem niedrige Zinsen haben Insolvenzen ĂŒber viele Jahre verhindert, und wĂ€hrend der Pandemie sind Insolvenzen von bereits zuvor schwachen Unternehmen aufgrund von StĂŒtzungsmaßnahmen ausgefallen", sagte er. "Der Zinsanstieg und der Wegfall der StĂŒtzungsmaßnahmen haben ab 2022 Nachholeffekte bei Insolvenzen ausgelöst."

@ dts-nachrichtenagentur.de