IWH: Weiterhin HöchststÀnde bei Insolvenzzahlen
08.04.2025 - 10:30:39
Damit wurden die Werte des vierten Quartals 2024 - in dem die höchsten Insolvenzzahlen seit dem Ende der groĂen Wirtschafts- und Finanzkrise Mitte 2009 gemessen wurden - nochmals leicht ĂŒbertroffen (+1 Prozent). Die Zahl der betroffenen Jobs in den gröĂten 10 Prozent der insolventen Unternehmen stieg um etwa ein Sechstel auf knapp 49.000 an. Verglichen mit dem ersten Quartal 2020, also noch bevor die Pandemie das Insolvenzgeschehen hĂ€tte prĂ€gen können, stieg die Zahl der Insolvenzen im ersten Quartal 2025 um 52 Prozent. Unter den groĂen BundeslĂ€ndern gab es die stĂ€rksten ZuwĂ€chse in Bayern (+80 Prozent) und Baden-WĂŒrttemberg (+73 Prozent). Beide LĂ€nder verzeichnen zudem starke Anstiege bei den betroffenen Jobs (Bayern +93 Prozent, Baden-WĂŒrttemberg +66 Prozent). Bei den Insolvenzbranchen mit den meisten betroffenen Jobs lag der Zuwachs im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen (+260 Prozent) am höchsten, gefolgt von Industrie, Bau und Handel, wo sich die Zahlen jeweils fast verdoppelten. Steffen MĂŒller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung, fĂŒhrt die hohen Insolvenzzahlen nur zum Teil auf aktuelle gesamtwirtschaftliche Probleme zurĂŒck. "Extrem niedrige Zinsen haben Insolvenzen ĂŒber viele Jahre verhindert, und wĂ€hrend der Pandemie sind Insolvenzen von bereits zuvor schwachen Unternehmen aufgrund von StĂŒtzungsmaĂnahmen ausgefallen", sagte er. "Der Zinsanstieg und der Wegfall der StĂŒtzungsmaĂnahmen haben ab 2022 Nachholeffekte bei Insolvenzen ausgelöst."

