Zahl, Firmenpleiten

Zahl der Firmenpleiten im MĂ€rz erneut auf Rekordniveau

10.04.2024 - 10:43:39

Die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften ist im MÀrz auf einen weiteren Höchstwert gestiegen.

Insgesamt zĂ€hlten die Forscher des Leibniz-Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung Halle (IWH) 1.297 Pleiten von Personen- und Kapitalgesellschaften. Damit wird der jĂŒngste Rekordwert, der im Februar gemessen wurde, nochmals um neun Prozent ĂŒbertroffen. Der aktuelle Wert liegt zudem 35 Prozent höher als im MĂ€rz 2023 und 30 Prozent ĂŒber dem MĂ€rz-Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019, also vor der Corona-Pandemie. Schließungen großer Arbeitgeber können zu hohen und dauerhaften Einkommens- und Lohnverlusten bei den betroffenen BeschĂ€ftigten fĂŒhren.

Die Zahl der von Großinsolvenzen betroffenen Jobs liefert zudem eine gute AnnĂ€herung der Gesamtzahl der von Insolvenz betroffenen ArbeitsplĂ€tze. Die Analyse des IWH zeigt, dass in den grĂ¶ĂŸten zehn Prozent der Unternehmen, deren Insolvenz im MĂ€rz gemeldet wurde, ca. 11.000 ArbeitsplĂ€tze betroffen waren. Die Zahl der betroffenen BeschĂ€ftigten in den grĂ¶ĂŸten zehn Prozent der Unternehmen liegt damit auf dem Niveau des Vormonats, aber etwa 42 Prozent höher als in einem durchschnittlichen MĂ€rz vor der Corona-Pandemie. Steffen MĂŒller, Leiter der IWH-Abteilung Strukturwandel und ProduktivitĂ€t sowie der dort angesiedelten Insolvenzforschung, erwartet fĂŒr den April nochmals hohe Insolvenzzahlen. "Bei den FrĂŒhindikatoren ist jedoch ein Silberstreif am Horizont erkennbar", sagte er. "Nach den Höchstwerten im Januar zeigt sich im MĂ€rz abermals ein RĂŒckgang. Das nĂ€hrt die Hoffnung, dass die Insolvenzzahlen ab Mai wieder leicht zurĂŒckgehen könnten. Trotzdem werden sie noch viele Monate ĂŒber dem Vor-Corona-Niveau liegen." Auch wenn Unternehmensinsolvenzen fĂŒr die betroffenen Unternehmen, BeschĂ€ftigten und GlĂ€ubiger schmerzhaft seien, sei es fĂŒr eine dauerhaft wettbewerbsfĂ€hige Volkswirtschaft wichtig, dass nicht mehr tragfĂ€hige GeschĂ€ftsmodelle aus dem Markt austreten und damit Platz fĂŒr Neues schaffen. Parallel zu den hohen Insolvenzzahlen grassiere in vielen Branchen ein ArbeitskrĂ€ftemangel, sagte MĂŒller. "Das zeigt, dass BeschĂ€ftigte in leistungsfĂ€higen Unternehmen hĂ€nderingend gesucht werden. Deshalb ist das Risiko von Arbeitslosigkeit und lang anhaltenden Einkommensverlusten nach Insolvenz des Arbeitgebers derzeit begrenzt."

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