Familien, Zahl

Zahl deutscher Kinder mit BĂŒrgergeldbezug sinkt deutlich

21.07.2023 - 18:51:17 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Zahl deutscher Kinder, die mit ihren Eltern auf sozialstaatliche Grundsicherung angewiesen sind, ist in den vergangenen acht Jahren um fast 550.000 oder mehr als ein Drittel gesunken.

Spielendes Kind - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur

Das zeigt eine Auswertung der Bundesagentur fĂŒr Arbeit, ĂŒber die die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagausgabe) berichtet. Dennoch stagniert die Gesamtzahl der Kinder, die von BĂŒrgergeld leben, bei etwa zwei Millionen, wie die Statistik zeigt.

Denn durch Fluchtmigration kamen Ă€hnlich viele Kinder neu nach Deutschland und ins Hilfesystem hinein, um dort UnterstĂŒtzung zur Integration zu erhalten. Im MĂ€rz 2023 lebten der Auswertung zufolge insgesamt 1,03 Millionen Kinder deutscher Staatsangehörigkeit von BĂŒrgergeld (frĂŒher Hartz IV), verglichen mit 1,57 Millionen im Jahr 2015. Im selben Zeitraum kamen aber mehr als 300.000 Kinder aus Syrien, Irak, Afghanistan und anderen AsylherkunftslĂ€ndern sowie seit 2022 rund 270.000 Kinder aus der Ukraine neu hinzu. Vor diesem Hintergrund haben derzeit insgesamt 47,8 Prozent der Kinder im BĂŒrgergeldsystem eine auslĂ€ndische Staatsangehörigkeit gegenĂŒber 18,9 Prozent im Jahr 2015. Die Zahlen widersprechen dem Bild einer insgesamt steigenden Kinderarmut und eines Scheiterns der bisherigen Sozialpolitik im Kampf gegen Kinderarmut, mit dem in der politischen Diskussion ĂŒber die geplante neue Kindergrundsicherung Forderungen nach höheren Geldleistungen begrĂŒndet werden. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Stephan Stracke (CSU), warnte die Ampelkoalition deshalb davor, mit einem solchen Ansatz die Integration von GeflĂŒchteten zu erschweren: "Eine Erhöhung der Sozialleistungen scheint auf den ersten Blick verlockend", sagte er der FAZ. "Sie ist jedoch ein sĂŒĂŸes Gift: Es bringt die Menschen nicht in den Arbeitsmarkt, sondern macht sie in Wahrheit abhĂ€ngiger vom Staat." Zugleich kritisierte Stracke die mit dem Haushaltsentwurf 2024 der Bundesregierung geplanten KĂŒrzungen zulasten der Jobcenter. "Durch die KĂŒrzungen erschwert die Ampel den Arbeitslosen den Schritt in den Arbeitsmarkt massiv", warnte er. "Sie erhöht damit das Armutsrisiko von Familien und lĂ€sst Kinder zurĂŒck." Nach dem Anfang Juli vom Bundeskabinett beschlossen Etatentwurf hĂ€tten die Jobcenter, die fĂŒr das BĂŒrgergeld zustĂ€ndig sind, im kommenden Jahr insgesamt 400 Millionen Euro weniger fĂŒr Fördermaßnahmen und Personal zur VerfĂŒgung. Der FDP-Sozialpolitiker Jens Teutrine wandte sich ebenfalls gegen den Ansatz höhere Geldleistungen fĂŒr Grundsicherungsbezieher. "Kinderarmut ist hĂ€ufig die Folge von Erwerbsarmut der Eltern - immer nur die Geldsumme von Sozialleistungen zu erhöhen löst diese Ursache allerdings nicht", sagte er der FAZ. Wirksamer sei "alles, was zur Arbeitsmarktintegration der Eltern beitrĂ€gt, wie etwa eine verlĂ€ssliche Kinderbetreuung, bessere Sprachförderung und gezielte Aus- und Weiterbildungen".

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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