EZB: Rasant gestiegene Zinsen bergen Risiken fĂŒr Banken
22.11.2023 - 11:03:15Banken im Euroraum bleiben nach EinschĂ€tzung der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) anfĂ€llig fĂŒr externe Schocks. Die Aussichten fĂŒr die FinanzstabilitĂ€t insgesamt seien weiterhin fragil, teilte die Notenbank am Mittwoch anlĂ€sslich der Vorlage ihres halbjĂ€hrlich erscheinenden FinanzstabilitĂ€tsberichts mit.
«Die schwachen Wirtschaftsaussichten und die Folgen der hohen Inflation belasten die FĂ€higkeit der Menschen, Unternehmen und Regierungen, ihre Schulden zu bedienen», erlĂ€uterte EZB-VizeprĂ€sident Luis de Guindos in Frankfurt. «Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir wachsam bleiben, da die Wirtschaft in ein Umfeld höherer ZinssĂ€tze ĂŒbergeht, das mit wachsenden Unsicherheiten und geopolitischen Spannungen einhergeht.»
Nachfrage nach neuen Finanzierungen zuletzt rĂŒcklĂ€ufig
Zwar profitieren GeldhĂ€user von den seit Juli 2022 rasant gestiegenen Zinsen, weil sie zum Beispiel an höheren Kreditzinsen verdienen und selbst wieder Zinsen bekommen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Allerdings haben Banken zum Beispiel in Deutschland viele langfristige Kredite mit verhĂ€ltnismĂ€Ăig niedriger Verzinsung in ihren BĂŒchern, die Nachfrage nach neuen Finanzierungen war in den vergangenen Monaten tendenziell rĂŒcklĂ€ufig. An den ImmobilienmĂ€rkten endete mit der Zinswende der jahrelange Preisanstieg, bei Gewerbeimmobilien werden höhere Finanzierungskosten zur Belastung.
«Die Banken des Euroraums profitieren von steigenden Zinsen, sehen sich aber mit Gegenwind durch höhere Finanzierungskosten, schlechtere QualitĂ€t der Aktiva und geringere Kreditvolumina konfrontiert», fasst die EZB zusammen. Insgesamt sei das Bankensystem des Euroraums «gut aufgestellt, um diesen Risiken zu widerstehen». Die zuletzt erhöhten Kapitalpuffer zum Beispiel fĂŒr mögliche RĂŒckschlĂ€ge auf den ImmobilienmĂ€rkten sollten nach DafĂŒrhalten der EZB aber beibehalten werden.


