WTO-Chefökonom, USA

WTO-Chefökonom: USA stehen nur fĂŒr 13 Prozent aller Importe

17.04.2025 - 11:05:56 | dpa.de

Die Zolloffensive von Donald Trump dĂŒrfte den Welthandel umwĂ€lzen. Die Welthandelsorganisation erwartet große Einbußen. Nach EinschĂ€tzung von WTO-Chefökonom Ossa muss nun der Fokus auf China liegen.

  • WTO-Chefökonom Ossa sieht in den hohen US-Zöllen einen Weckruf fĂŒr Europa. (Archivbild) - Foto: Salvatore Di Nolfi/Keystone/dpa
    WTO-Chefökonom Ossa sieht in den hohen US-Zöllen einen Weckruf fĂŒr Europa. (Archivbild) - Foto: Salvatore Di Nolfi/Keystone/dpa
  • Trumps Zölle könnten den Welthandel umwĂ€lzen. (Archivbild)  - Foto: Natacha Pisarenko/AP/dpa
    Trumps Zölle könnten den Welthandel umwÀlzen. (Archivbild) - Foto: Natacha Pisarenko/AP/dpa
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Der Chefökonom der Welthandelsorganisation WTO, Ralph Ossa, sieht in der Zollpolitik der US-Regierung einen Weckruf fĂŒr Europa und die Welt. «So wichtig wie die USA auch sind, sie machen nur 13 Prozent der weltweiten Importe aus, das heißt 87 Prozent der Importe sind im Rest der Welt», sagte Ossa dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2). «Deswegen ist es jetzt erstmal wichtig, das zu schĂŒtzen und das ist auch genau das, was fĂŒr Europa wichtig ist, weil natĂŒrlich wollen wir nach Amerika exportieren, aber wichtig ist, dass eben auch der Rest der Welt da zusammenhĂ€lt.»

Die EinbrĂŒche beim Welthandel sind dem WTO-Chefökonomen zufolge in Nordamerika, also in den USA, Kanada und Mexiko, am grĂ¶ĂŸten. «Da ist schon ein enormer Effekt zu verzeichnen.»

Wohin strömen Chinas Exporte?

Wichtig sei nun, auf die Umleitung von Handelsströmen zu reagieren: So dĂŒrfte China viele Waren, die es sonst in die USA exportiert hĂ€tte, nach Europa liefern. «Da ist es, denke ich, ganz zentral jetzt, dass man diese Umlenkungseffekte kooperativ managt, damit dieser Konflikt nicht noch weiter eskaliert», sagte Ossa.

Die hohen US-Zölle auf chinesische Produkte sorgen in vielen LĂ€ndern fĂŒr Sorge vor Konkurrenz aus Fernost. Die WTO erwartet, dass die chinesischen Exporte nach Europa dieses Jahr um sechs Prozent wachsen. Anderseits gebe es neue Exportchancen in die USA, wenn dort deutlich weniger Textilien, Bekleidung und ElektrogerĂ€te aus China importiert wĂŒrden. 

Die WTO gehe davon aus, dass der bilaterale Handel zwischen den China und den USA um gut 80 Prozent einbrechen wird, sagte Ossa zudem im Deutschlandfunk. «Der Grund, warum das nicht so erheblich auf den Welthandel durchschlÀgt, ist, dass China und die USA, also der bilaterale Handel zwischen diesen beiden LÀndern, nur ungefÀhr 3 Prozent des Welthandels ausmacht.»

Die WTO hatte wegen des Zollstreits erst am Mittwoch vor einem RĂŒckgang des Welthandels gewarnt. Sie erwartet, dass das Volumen des Welthandels dieses Jahr um 0,2 Prozent schrumpft - im schlimmsten Fall um 1,5 Prozent. Ihre Prognose fĂŒr die weltweite Wirtschaftsleistung senkte die WTO auf plus 2,2 Prozent, nach 2,8 Prozent, wie vor der US-ZollankĂŒndigungen erwartet.

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