Polizeibeauftragter plĂ€diert fĂŒr Ănderung an der Grenze
08.07.2025 - 18:53:28"Das geht fĂŒr mich nicht zusammen", sagt Grötsch. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) stehe in der Verantwortung, "eine europarechtlich einwandfreie Regelung" zu finden, am besten in Absprache mit NachbarlĂ€ndern wie Polen.
Das Verwaltungsgericht Berlin hatte Anfang Juni in einer Eilentscheidung festgestellt, die ZurĂŒckweisung dreier Somalier bei einer Grenzkontrolle am Bahnhof Frankfurt (Oder) sei rechtswidrig gewesen. Ohne eine KlĂ€rung, welcher EU-Staat fĂŒr einen Asylantrag der Betroffenen zustĂ€ndig sei, dĂŒrften sie nicht abgewiesen werden, hieĂ es.
Dobrindt hatte nach der Entscheidung von einem "Einzelfallurteil" gesprochen. Sein Ministerium erklĂ€rte, die ZurĂŒckweisungen von Asylsuchenden an den Landgrenzen wĂŒrden fortgesetzt.
Polen kontrolliert seit Montag
Polen hat vorĂŒbergehend mit stationĂ€ren Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland und Litauen begonnen. Ein Angebot, gemeinsam mit der Bundespolizei auf der deutschen Seite zu kontrollieren, nahm die polnische Regierung nicht an.
Grötsch wies auf die hohe Zahl von Ăberstunden bei der Bundespolizei hin, auch als Folge der intensivierten Grenzkontrollen. Dass die Kontrollen zu einer Reduzierung der irregulĂ€ren Migration nach Deutschland beitragen, stelle er dabei nicht infrage. Die Arbeitsbedingungen der eingesetzten Beamtinnen und Beamten an den Grenzen hĂ€tten sich - von einigen Ausnahmen abgesehen - inzwischen verbessert, sagte der Beauftragte.
Im Januar 2024 hatte der Bundestag mit Stimmen der Ampel-Koalition und der Linken die gesetzliche Grundlage fĂŒr das Amt des Polizeibeauftragten geschaffen. Es dient Polizisten und BĂŒrgern als Anlaufstelle, um Fehlverhalten oder mögliche strukturelle MissstĂ€nde bei der Bundespolizei, beim Bundeskriminalamt und der Polizei des Bundestages anzuzeigen. Der frĂŒhere SPD-Bundestagsabgeordnete Grötsch trat sein Amt im MĂ€rz des vergangenen Jahres an.

